
Stand: 23.09.2026, 15:23 Uhr
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Kryptowährungen, die von Prominenten beworben werden, fast fünfmal häufiger mit betrügerischen Absichten in Verbindung stehen als andere digitale Assets. Die Studie, die von Forschern der University of Queensland und der University of New South Wales durchgeführt wurde, untersuchte über 1.500 Krypto-Projekte und deren Verbindungen zu öffentlichen Persönlichkeiten. Das Ergebnis: Die sogenannte „Aufmerksamkeitsökonomie“ entpuppt sich oft als „Sucker Economy“ – eine Falle für unerfahrene Anleger.
Warum ist das wichtig?
Der Kryptomarkt ist bekannt für seine Volatilität und mangelnde Regulierung. Wenn Prominente wie Schauspieler, Sportler oder Influencer für eine bestimmte Münze werben, verleiht dies dem Projekt eine falsche Legitimität. Viele Anleger, insbesondere Neueinsteiger, vertrauen blind auf die Empfehlung einer bekannten Person, ohne die zugrunde liegende Technologie oder das Geschäftsmodell zu prüfen. Die Studie zeigt, dass solche Projekte oft auf Pump-and-Dump-Schemata basieren: Die Prominenten erhalten eine hohe Vergütung für die Werbung, während die Anleger nach dem Kursverfall auf den Verlusten sitzen bleiben.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die fehlende Transparenz. Viele Prominente geben nicht bekannt, ob sie für ihre Werbung bezahlt werden oder ob sie selbst in das Projekt investiert haben. Dies verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Anlegerschutzes, wie sie in traditionellen Finanzmärkten üblich sind. Die US-Börsenaufsicht SEC hat bereits mehrere Fälle verfolgt, in denen Prominente ohne Offenlegung für Krypto-Projekte geworben haben.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Privatanleger: Wer in Kryptowährungen investiert, sollte besonders vorsichtig sein, wenn ein Projekt prominent beworben wird. Die Wahrscheinlichkeit, auf einen Betrug hereinzufallen, ist signifikant höher.
- Institutionelle Anleger: Auch professionelle Marktteilnehmer sollten die Risiken von Promi-Werbung im Kryptobereich in ihre Due-Diligence-Prüfungen einbeziehen.
- Regulierungsbehörden: Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit strengerer Regeln für die Werbung mit Kryptowährungen, insbesondere wenn Prominente involviert sind.
- Finanzmedien: Journalisten sollten bei der Berichterstattung über Krypto-Projekte mit Promi-Beteiligung eine kritische Haltung einnehmen und auf die potenziellen Risiken hinweisen.
Die Studie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kryptomarkt eine Phase erhöhter Volatilität durchläuft. Bitcoin und Ethereum haben in den letzten Monaten deutliche Kursausschläge gezeigt, während gleichzeitig eine Flut neuer Altcoins auf den Markt kommt. In diesem Umfeld ist die Versuchung für Anleger groß, auf schnelle Gewinne durch Promi-Empfehlungen zu setzen. Die Forschungsergebnisse sind daher ein wichtiger Weckruf: Nicht jeder Hype ist eine echte Chance.
Für den deutschen Markt ist die Meldung besonders relevant, da hierzulande viele Anleger über soziale Medien und Influencer in Kryptowährungen einsteigen. Die BaFin hat bereits mehrfach vor unseriösen Angeboten gewarnt, aber die Dynamik der „Aufmerksamkeitsökonomie“ macht es schwer, Betrug rechtzeitig zu erkennen. Anleger sollten daher immer eine unabhängige Recherche durchführen und sich nicht allein auf die Empfehlung einer prominenten Person verlassen.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.