
Stand: 24.09.2026, 08:36 Uhr
Die Aktie von Volkswagen gerät zunehmend unter Druck und nähert sich ihrem Jahrestief. Am Donnerstag verloren die Vorzüge 2,2 Prozent auf 71,16 Euro, das Minus seit vergangener Woche summiert sich auf rund zehn Prozent. Grund für die anhaltende Schwäche sind frische Zulassungszahlen aus der Europäischen Union, die zeigen: Der Neuwagenmarkt wächst, aber Volkswagen verliert Marktanteile.
Warum ist das wichtig?
Die aktuellen Absatzzahlen aus der EU sind ein wichtiger Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen. Während der europäische Automarkt im Juli und August 2024 um drei beziehungsweise 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte, konnte der Wolfsburger Konzern nicht davon profitieren. Im Gegenteil: Volkswagen setzte in beiden Monaten jeweils rund drei Prozent weniger Autos ab als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel der Rückgang bei der Tochter Porsche aus, deren Zulassungen um knapp fünf beziehungsweise gut acht Prozent schrumpften. Die Porsche-Aktie gab am Donnerstag um 0,8 Prozent auf 43,62 Euro nach.
Die Zahlen sind für Anleger relevant, weil sie die strukturellen Herausforderungen des Konzerns unterstreichen. Volkswagen kämpft mit hohen Kosten, dem Umbau zur Elektromobilität und schwachen Geschäften in China. Hinzu kommt der wachsende Druck durch chinesische Hersteller, die in Europa Marktanteile gewinnen. BYD hat seinen EU-Marktanteil von 0,9 auf 2,4 Prozent mehr als verdoppelt, SAIC Motor (vor allem mit der Marke MG) stieg von 1,9 auf 2,2 Prozent, Chery von 0,5 auf 1,5 Prozent. Zusammen mit Leapmotor kommen diese Hersteller auf einen Anteil von 9,6 Prozent – nach 6,2 Prozent im Vorjahr. Volkswagen hatte zuletzt immer deutlicher vor dieser Konkurrenz gewarnt.
Die gesamte deutsche Autobranche leidet unter der aktuellen Marktschwäche. BMW verlor am Donnerstag 2,6 Prozent auf 56,42 Euro, Mercedes-Benz 2,1 Prozent auf 41,26 Euro. Beide Titel haben im Wochenverlauf ähnlich stark nachgegeben wie Volkswagen. Zusätzlich belasten steigende Anleiherenditen und hohe Ölpreise den Gesamtmarkt.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Anleger, die in Volkswagen, Porsche, BMW oder Mercedes-Benz investiert sind und die aktuelle Marktentwicklung einordnen möchten.
- Trader, die auf kurzfristige Kursbewegungen achten und das Jahrestief von VW bei 70,23 Euro im Blick haben.
- Leser, die einen kompakten Überblick über die Lage der deutschen Autoindustrie suchen, ohne Anlageberatung zu erhalten.
Die Diskussion unter Aktionären zeigt Skepsis. Nutzer verweisen auf aggressive Leasingangebote, bei denen ein VW T-Roc für 129 Euro im Monat zu haben sei – ein Zeichen schwacher Nachfrage. Die Bewertung der Aktie erscheint auf dem Papier niedrig, aber ein Turnaround ist nicht in Sicht. Vor zwölf Monaten notierte die Vorzugsaktie noch bei gut 92 Euro, seitdem ist knapp ein Viertel des Werts verloren gegangen. Die Beratungsgesellschaft EY führt das Marktwachstum vor allem auf staatliche Förderung der E-Mobilität zurück; laufen diese Subventionen aus, könnte der Absatz von Elektroautos deutlich einbrechen. Für Volkswagen dürfte entscheidend sein, ob sich verlorene Marktanteile in Europa zurückgewinnen lassen. Kurzfristig rückt das Jahrestief bei 70,23 Euro in den Fokus.
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