Stand: 24.09.2026, 10:52 Uhr

Die US-Investmentbank JPMorgan Chase & Co. hat ihre Einstufung für die Aktie der BASF SE auf „Underweight“ belassen. In einer aktuellen Analyse vom Mittwoch begründet Analyst Chetan Udeshi dies vor allem mit dem nachlassenden konjunkturellen Rückenwind durch den Nahost-Konflikt. Die Bank bleibt daher selektiv in der europäischen Chemiebranche und fokussiert sich auf Unternehmen mit besonderen Geschäftsmodellen – sogenannte Sonderstorys.

Warum ist das wichtig?

Die Einstufung „Underweight“ signalisiert, dass JPMorgan die BASF-Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt oder zur Branche als unterdurchschnittlich bewertet. Dies ist für Anleger relevant, da die Bank zu den einflussreichsten Analysehäusern weltweit zählt. Die Begründung – das Nachlassen der Sonderkonjunktur durch den Nahost-Krieg – deutet darauf hin, dass kurzfristige Impulse für den Chemiekonzern schwinden. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass JPMorgan in Europa gezielt nach Unternehmen sucht, die unabhängig von konjunkturellen Schwankungen wachsen können. BASF wird dabei nicht als solche „Sonderstory“ gesehen.

Besonders kritisch bewertet die Bank das jüngst kolportierte Interesse von BASF an einer Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik. Laut Udeshi gäbe es für die Ludwigshafener bessere strategische Alternativen. Dies könnte bedeuten, dass ein möglicher Deal nicht den erhofften Mehrwert für Aktionäre bringen würde. Die Analyse unterstreicht zudem, dass JPMorgan auch andere Chemiewerte wie Wacker Chemie, Yara, Evonik, Brenntag, IMCD, DSM-Firmenich und Arkema zur Untergewichtung empfiehlt.

  • Nachlassender Rückenwind: Die Sonderkonjunktur durch den Nahost-Krieg, die BASF zuletzt half, flaut ab.
  • Selektive Branchenstrategie: JPMorgan sucht in Europas Chemiebranche gezielt nach Unternehmen mit besonderen Wachstumsgeschichten – BASF gehört nicht dazu.
  • Kritik an Evonik-Interesse: Ein möglicher Kauf von Evonik wird als strategisch fragwürdig eingestuft.
  • Breite Untergewichtung: Neben BASF werden auch andere Chemietitel wie Wacker Chemie, Yara und Evonik zur Untergewichtung empfohlen.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Analyse richtet sich in erster Linie an aktuelle und potenzielle Aktionäre der BASF SE sowie an Anleger, die in europäische Chemiewerte investieren. Auch Trader, die auf kurzfristige Kursbewegungen spekulieren, sollten die Einstufung im Blick behalten, da JPMorgan-Urteile oft Marktreaktionen auslösen. Für langfristig orientierte Anleger bietet die Analyse eine wichtige Einordnung: Sie zeigt, dass selbst ein globaler Chemieriese wie BASF derzeit nicht als Favorit gilt, während die Bank auf Nischenplayer setzt. Wer sein Portfolio im Chemiesektor ausrichtet, sollte die genannten Untergewichtungen und die strategische Skepsis gegenüber möglichen Übernahmen berücksichtigen.

Die BASF-Aktie notierte zum Zeitpunkt der Analyse im XETRA-Handel bei rund 52,14 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn 2026 ein Plus von etwa 22,4 Prozent. Trotz dieser positiven Kursentwicklung bleibt JPMorgan vorsichtig – ein Signal, dass Anleger die Risiken nicht unterschätzen sollten. Die vollständige Studie wurde am 23. September 2026 veröffentlicht und am 24. September 2026 erstmals weitergegeben.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.