Stand: 24.09.2026, 10:01 Uhr

Ein erfahrener Wall-Street-Experte schlägt Alarm: Ein Warnsignal, das dem Börsencrash am Schwarzen Montag 1987 vorausging, zeige sich erneut. Larry McDonald, Autor und Stratege, verweist auf auffällige Parallelen zwischen der aktuellen Marktlage und dem Sommer vor dem historischen Einbruch. Damals wie heute sende der Anleihemarkt ein deutliches Signal, das Aktienanleger nicht ignorieren sollten.

Warum ist das wichtig?

McDonald beobachtet, dass Aktien derzeit wieder „aktienähnliche Renditen“ liefern – ein Phänomen, das er zuletzt im Vorfeld des Crashs von 1987 sah. Konkret bedeutet dies: Die Risikoprämie, also der Mehrertrag, den Anleger für das Halten von Aktien gegenüber vermeintlich sicheren Staatsanleihen erhalten, schrumpft. Wenn Anleihen ähnlich hohe oder sogar attraktivere Renditen bieten, verlieren Aktien an relativer Attraktivität. Dies kann zu Kapitalabflüssen aus dem Aktienmarkt führen und die Kurse unter Druck setzen.

Der „Schwarze Montag“ am 19. Oktober 1987 ließ den Dow Jones Industrial Average um über 22 Prozent an einem einzigen Tag abstürzen. Auslöser war unter anderem eine Überhitzung der Märkte bei gleichzeitig steigenden Anleiherenditen. McDonalds Analyse zufolge wiederholt sich dieses Muster: Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen sind zuletzt gestiegen, während die Aktienmärkte weiterhin auf hohem Niveau notieren. Die Kombination aus hohen Bewertungen und steigenden Zinsen gilt als klassischer Risikofaktor.

Für Anleger ist dies relevant, weil es auf eine mögliche Verschiebung der Marktdynamik hindeutet. Solange die Zinsen niedrig waren, galten Aktien als alternativlos. Nun kehrt die Konkurrenz durch Anleihen zurück. Wer sein Portfolio nur auf steigende Aktienkurse ausgerichtet hat, könnte von einer solchen Trendwende unvorbereitet getroffen werden.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Langfristige Aktienanleger: Sie sollten die Entwicklung der Anleiherenditen im Auge behalten, da steigende Zinsen die Bewertung von Aktien langfristig belasten können. Eine Überprüfung der eigenen Risikotoleranz und der Portfolio-Struktur kann sinnvoll sein.
  • Trader und kurzfristig orientierte Anleger: Für sie ist das Signal besonders relevant, da es auf erhöhte Volatilität hindeuten könnte. Ein möglicher Auslöser für schnelle Kursbewegungen wäre ein weiterer Anstieg der Renditen.
  • Rentenanleger: Steigende Renditen verbessern die Attraktivität von Anleihen. Wer in den vergangenen Jahren auf Aktien gesetzt hat, könnte nun wieder verstärkt in festverzinsliche Wertpapiere umschichten.
  • Einsteiger und unsichere Anleger: Die Meldung ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass Aktienmärkte nicht nur steigen können. Historische Vergleiche wie dieser helfen, Risiken besser einzuschätzen und nicht blind auf steigende Kurse zu vertrauen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Parallelen zu 1987 weiter verstärken oder ob die Märkte diesmal anders reagieren. Fest steht: Der Anleihemarkt sendet ein Signal, das man nicht ignorieren sollte. Eine breite Streuung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen hinweg kann helfen, die Auswirkungen eines möglichen Kursrutsches abzufedern. Anleger sollten die weitere Entwicklung der Renditen und der Aktienbewertungen genau verfolgen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.