
Stand: 24.09.2026, 15:32 Uhr
Die breiten US-Aktienindizes setzen ihren Abwärtstrend fort und testen derzeit entscheidende technische Unterstützungszonen. Nach dem gestrigen deutlichen Kursrutsch stehen der S&P 500, der Nasdaq Composite und der Nasdaq 100 vor der Bewährungsprobe, ob sie sich an diesen Marken stabilisieren können oder ob weitere Verluste drohen.
Warum ist das wichtig?
Auslöser der jüngsten Verluste ist ein erneuter Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen. Händler haben ihre Erwartungen an weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed nach oben geschraubt. Höhere Renditen belasten Aktien gleich doppelt: Sie erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen und mindern den Barwert künftiger Gewinne. Besonders betroffen sind Wachstumswerte, deren Bewertung stark auf zukünftigen Erträgen basiert.
Die aktuellen Kursbewegungen sind mehr als nur eine technische Korrektur. Sie spiegeln eine grundlegende Neubewertung der Geldpolitik wider. Sollten die Unterstützungen nicht halten, könnte dies der Auftakt für eine breitere Marktschwäche sein. Anleger sollten daher genau beobachten, ob die Indizes an den kritischen Marken drehen oder durchbrechen.
Die entscheidenden technischen Level im Überblick
- S&P 500: Der Index bewegt sich in einer engen Spanne zwischen dem 100-Stunden-Durchschnitt bei 7.667,44 und dem 200-Stunden-Durchschnitt bei 7.682,65 Punkten. Ein nachhaltiger Bruch unter den 100-Stunden-Durchschnitt würde die kurzfristige Tendenz weiter zu den Verkäufern verschieben. Das nächste Abwärtsziel wäre dann die Swing-Zone zwischen 7.573 und 7.617 Punkten. Auf der Oberseite wäre ein Rückerobern des 200-Stunden-Durchschnitts ein erstes Signal für eine Stabilisierung.
- Nasdaq Composite: Der Index testet die Unterseite einer gebrochenen Trendlinie sowie eine Swing-Zone zwischen 26.676 und 26.856 Punkten. Das heutige Tief bei 26.706 fiel bereits in diesen Bereich. Ein Bruch unter 26.676 würde den Fokus auf den 100-Stunden-Durchschnitt bei 26.477 und danach auf den 200-Stunden-Durchschnitt bei 26.393 lenken. Ein Anstieg über 26.856 würde dagegen die Position der Käufer verbessern. Bemerkenswert: Der Nasdaq Composite hatte erst zu Wochenbeginn ein neues Allzeithoch erreicht, konnte diesen Ausbruch aber nicht bestätigen.
- Nasdaq 100: Der Index ist auf die Marke von 30.195 Punkten zurückgefallen, die durch Swing-Hochs aus dem August definiert wird. Das heutige Tief bei 30.204 lag nur knapp darüber. Bislang haben die Käufer diese Unterstützung verteidigt. Ein Bruch darunter würde den Weg in Richtung 29.947 freimachen. Der 100-Stunden-Durchschnitt liegt weiter unten bei 29.594,33. Sollte die Unterstützung halten, könnten Leerverkäufer gezwungen sein, ihre Positionen einzudecken, was eine Erholung zusätzlich befeuern würde. Auch der Nasdaq 100 hatte zu Wochenbeginn ein Rekordhoch markiert, bevor die Wende nach unten erfolgte.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die aktuelle Marktlage ist besonders für aktive Trader und kurzfristig orientierte Anleger von Bedeutung, die auf technische Signale achten. Aber auch langfristig orientierte Investoren sollten die Entwicklungen im Blick behalten, da ein nachhaltiger Bruch der Unterstützungen auf eine breitere Korrektur hindeuten könnte. Wer in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert ist, sollte die nächsten Handelstage genau verfolgen. Die entscheidende Frage ist, ob die Käufer die Unterstützungen nach dem zinsgetriebenen Ausverkauf verteidigen können. Das Verhalten der Kurse an diesen Marken wird mehr Aussagekraft haben als die erste Bewegung durch ein Level hindurch.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.