
Stand: 25.09.2026, 09:06 Uhr
Citi erwartet Yen-Stärke durch sinkende Auslandsinvestitionen
Die US-Investmentbank Citi prognostiziert eine deutliche Aufwertung des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar bis Ende 2027. Als Hauptgrund nennt die Bank in einer aktuellen Analyse den Rückgang der Auslandsinvestitionen japanischer Institutionen. Japan verfügt nach Angaben von Citi über das drittgrößte Netto-Auslandsvermögen weltweit, hinter Deutschland und China. Die gesamten Auslandsinvestitionen japanischer Anleger belaufen sich demnach auf über 1.900 Billionen Yen.
Bereits im Jahr 2022 hatten japanische Investoren die bis dahin größte Rückführung ausländischer Vermögenswerte in der Geschichte des Landes durchgeführt. Seitdem erholen sich die Bestände an ausländischen Anlagen nur allmählich. Citi beobachtet dabei eine veränderte Dynamik: Während Privatanleger über die steuerbegünstigten NISA-Konten in den vergangenen Jahren das Wachstum der Auslandsinvestitionen vorantrieben, hat sich diese Aktivität zuletzt verlangsamt.
Gleichzeitig reduzieren institutionelle Anleger wie Pensionsfonds ihr Engagement im Ausland. Citi erwartet, dass steigende japanische Zinssätze langfristig orientierte Investoren, darunter Versicherungsgesellschaften, dazu bewegen werden, ihre Auslandsanlagen weiter abzubauen. Diese Umschichtung werde die Angebots- und Nachfragedynamik am Devisenmarkt verbessern und den Abwärtsdruck auf den Yen mit der Zeit verringern.
Konkret beziffert die Bank die erwarteten Kursmarken für das Währungspaar USD/JPY. Citi sieht eine langfristige Obergrenze (Ceiling) in der Spanne von 160 bis 165 Yen pro US-Dollar. Für das laufende Jahr prognostiziert die Bank einen Rückgang des USD/JPY-Kurses auf etwa 155 Yen. Bis Ende des kommenden Jahres rechnen die Analysten mit einem weiteren Absinken auf rund 145 Yen. Zum Zeitpunkt der Analyse notierte das Währungspaar bei 157,99 Yen, was einem Minus von 0,54 Prozent entspricht.
Die Prognose von Citi stützt sich auf die Annahme, dass die japanische Geldpolitik allmählich straffer wird. Höhere inländische Renditen machen Anlagen in Japan für heimische Investoren wieder attraktiver, sodass der Kapitalabfluss ins Ausland nachlässt. Dies entlastet den Yen, der in den vergangenen Jahren gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren hatte.
Warum ist das wichtig?
Die Entwicklung des Yen-Wechselkurses hat weitreichende Auswirkungen auf die globale Finanzwelt. Japan ist der drittgrößte Netto-Gläubiger der Welt. Wenn japanische Investoren systematisch Kapital aus dem Ausland abziehen, kann dies Liquidität in anderen Märkten verknappen. Ein stärkerer Yen verteuert zudem japanische Exporte, was die Gewinne von Konzernen wie Toyota oder Sony beeinflusst. Für Anleger in Dollar-Anleihen bedeutet eine Yen-Aufwertung, dass die Rendite in Heimatwährung sinkt. Die von Citi genannten Kursmarken von 155 Yen Ende 2026 und 145 Yen Ende 2027 markieren eine klare Trendwende nach Jahren der Dollarschwäche gegenüber dem Yen.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Anleger mit Positionen in USD/JPY oder japanischen Staatsanleihen
- Portfoliomanager, die japanische Aktien oder Anleihen halten
- Exportorientierte Unternehmen mit Japan-Exposure
- Versicherungen und Pensionsfonds mit Auslandsanlagen in Yen
- Privatanleger mit NISA-Depots oder Japan-ETFs
Redaktionell neu eingeordnet auf Basis der Originalquelle. Keine Anlageberatung.