Stand: 24.09.2026, 15:53 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nachgegeben. Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 25.267 Punkten. Belastend wirkten vor allem drei Faktoren: ein weiter steigender Ölpreis, höhere Renditen an den Anleihemärkten und die anhaltende geopolitische Unsicherheit. Ein überraschend guter Ifo-Geschäftsklimaindex konnte die Stimmung nicht nachhaltig aufhellen.

Warum ist das wichtig?

Der Dax gilt als Gradmesser für die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten. Ein Rückgang signalisiert, dass Anleger vorsichtiger werden. Die aktuellen Belastungsfaktoren sind dabei nicht neu, aber sie verstärken sich gegenseitig. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg am Abend um fast 4,6 Prozent auf rund 108 Dollar pro Fass. Grund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Seewege für den Öltransport. Höhere Energiepreise verteuern die Produktion vieler Unternehmen und dämpfen die Konsumlaune. Gleichzeitig steigen die Renditen von Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Auch in Europa zogen die Renditen an, etwa für deutsche Bundesanleihen auf 3,571 Prozent. Steigende Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und setzen Aktien unter Druck. Hinzu kommt die geopolitische Unsicherheit durch das Treffen zwischen Chinas Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump. Zwar wurde die Zollpause im Handelskonflikt verlängert, doch die grundsätzlichen Spannungen bleiben bestehen. Solange sich bei keinem dieser drei Themen eine deutliche Entspannung abzeichnet, ist ein nachhaltiger Aufwärtstrend beim Dax unwahrscheinlich.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Anleger mit Dax-Exposure: Wer in den deutschen Leitindex investiert ist, sollte die aktuelle Schwächephase im Blick behalten. Die Kombination aus hohen Energiepreisen, steigenden Zinsen und geopolitischen Risiken könnte den Markt noch länger belasten.
  • Aktionäre von Infineon: Die Aktie des Chipkonzerns setzte ihren Negativtrend fort und verlor 4,2 Prozent. In den vergangenen drei Monaten ergab sich ein Minus von mehr als 28 Prozent. Anleger sollten die weitere Entwicklung genau verfolgen.
  • Anleger mit Anleihen im Portfolio: Die steigenden Renditen bedeuten Kursverluste für bestehende Anleihen. Wer neu investiert, kann von höheren Zinsen profitieren. Die Lage an den Anleihemärkten ist angespannt, insbesondere in Frankreich, wo die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2008 stieg.
  • Beobachter der Konjunktur: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte und übertraf die Erwartungen. Das signalisiert eine Erholung der deutschen Wirtschaft. Allerdings warnen Experten, dass der Aufschwung auf einem schmalen Fundament steht, solange die Energiepreise hoch bleiben und strukturelle Probleme bestehen.

Die Schweizerische Nationalbank ließ den Leitzins wie erwartet bei null Prozent. Das ist das niedrigste Niveau aller großen Währungsräume. Am Devisenmarkt bleibt die SNB bei Bedarf aktiv. Für Anleger mit Franken-Engagement ist das ein wichtiges Signal.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.