Stand: 24.09.2026, 09:20 Uhr

Der Euro hat am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar deutlich nachgegeben und mit einem Kurs von 1,1378 den tiefsten Stand seit zwei Monaten erreicht. Der Greenback notiert im Gegenzug nahe eines Zweimonatshochs. Auslöser der Bewegung sind starke Konjunkturdaten aus den USA, die Inflationsängste schüren und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed verstärken.

Warum ist das wichtig?

Der Devisenmarkt reagiert derzeit empfindlich auf jede Verschiebung im Zinsausblick. Die jüngsten US-Daten zeigen, dass sich die private Wirtschaftsaktivität im September so stark beschleunigt hat wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Sowohl der Dienstleistungs- als auch der Industriesektor legten zu – allerdings stiegen auch die Preise spürbar. Mehrere Fed-Vertreter haben die Zinserhöhung der vergangenen Woche bekräftigt und erneut auf Inflationsrisiken hingewiesen. Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für eine weitere Zinserhöhung im Oktober ein – am Vortag lag diese noch bei 55 Prozent.

Hinzu kommt der anhaltende Ölpreisanstieg. Die Unsicherheit über die US-iranischen Verhandlungen hält die Rohölnotierungen hoch und heizt die Inflationserwartungen zusätzlich an. Für den Euro bedeutet dies: Solange die US-Konjunktur robust bleibt und die Fed ihren straffen Kurs beibehält, dürfte der Dollar gestützt bleiben – und der Euro unter Druck.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Devisenhändler und Forex-Anleger: Sie müssen die kurzfristigen Impulse aus den USA und die technischen Marken im EUR/USD im Blick behalten. Die aktuelle Bewegung bietet sowohl Chancen für Short-Positionen als auch für kurzfristige Gegenbewegungen.
  • Exportorientierte Unternehmen: Ein schwächerer Euro verbessert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Exporteure in den USA. Unternehmen mit USD-Erlösen sollten die Wechselkursentwicklung für ihre Planung berücksichtigen.
  • Anleger in US-Aktien und -Anleihen: Ein starker Dollar und steigende US-Zinsen beeinflussen die Attraktivität von US-Vermögenswerten. Wer in US-Titel investiert ist, sollte die Währungsseite nicht vernachlässigen.
  • Rohstoffhändler: Der Zusammenhang zwischen Ölpreis, Inflation und Dollarstärke ist für die Bewertung von Rohstoffpositionen zentral.

Aus technischer Sicht hat sich der EUR/USD nach dem Fall auf 1,1369 zunächst leicht auf 1,1392 erholt. Es zeichnet sich eine Konsolidierungszone zwischen diesen Niveaus ab. Ein weiterer Anstieg bis 1,1396 ist möglich, bevor die Abwärtsbewegung wieder aufgenommen werden könnte – mit einem nächsten Ziel bei 1,1360. Der MACD-Indikator auf dem Vierstundenchart signalisiert weiterhin Bärenstärke, während der Stochastic auf dem Stundenchart kurzfristig eine Erholung anzeigt.

Die weitere Richtung hängt maßgeblich von den anstehenden US-Konjunkturdaten und Aussagen der Fed-Vertreter ab. Solange die US-Wirtschaft überdurchschnittlich läuft und die Inflationssorgen bestehen bleiben, dürfte der Dollar die Oberhand behalten. Anleger sollten die Entwicklung der Ölpreise und die geldpolitischen Signale aus Washington genau verfolgen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.