
Stand: 25.09.2026, 03:14 Uhr
Die US-Notenbank (Fed) verschärft ihren Ton im Kampf gegen die Inflation. Am Donnerstag hat sich mit Philadelphia-Fed-Präsidentin Anna Paulson ein weiteres stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses (FOMC) für eine mögliche weitere Zinserhöhung ausgesprochen. Paulson bezeichnete die Inflation als „hartnäckig hoch“ und erklärte, dass „eine moderate weitere Straffung gerechtfertigt sein könnte“, falls sich die Wirtschaft wie von ihr erwartet entwickle. Damit reiht sie sich in eine wachsende Gruppe von Fed-Vertretern ein, die signalisieren, dass die Zinserhöhung im September auf 3,75 bis 4,00 Prozent nicht der letzte Schritt im Jahr 2026 gewesen sein könnte.
Warum ist das wichtig?
Die Aussagen von Paulson, John Williams (New York Fed) und Beth Hammack (Cleveland Fed) verdeutlichen einen grundlegenden Wandel in der Kommunikation der Fed. Während die Notenbank zuvor oft betonte, dass die Inflation nur vorübergehend sei, rückt nun die Sorge in den Vordergrund, dass wiederholte Angebotsschocks – etwa durch Zölle oder Energiepreise – zu einer dauerhaften Inflationsmentalität führen könnten. Hammack warnte explizit: „Je länger die Inflation hoch bleibt, desto schwieriger und kostspieliger wird es, sie wieder zu senken.“ Die Fed scheint weniger bereit, preistreibende Schocks einfach zu ignorieren, solange die Konjunktur robust bleibt und der Arbeitsmarkt nahe der Vollbeschäftigung operiert. Für Anleger bedeutet dies: Die Zinswende nach unten könnte sich weiter verzögern, und die Märkte müssen sich auf ein längeres Hochzinsumfeld einstellen.
- Inflation bleibt hartnäckig: Paulson betont, dass die Inflation weiterhin „stubbornly elevated“ ist, was die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen untermauert.
- Breite Unterstützung im FOMC: Neben Paulson haben auch Williams und Hammack signalisiert, dass weitere Zinsschritte möglich sind, was die hawkishe Haltung der Fed verstärkt.
- Risiko einer Inflationsmentalität: Hammack warnt, dass wiederholte Schocks zu einer dauerhaften Inflationserwartung führen könnten, was die Fed zwingt, entschlossener zu handeln.
- Starke Wirtschaft als Basis: Die robuste Konjunktur und der nahezu vollbeschäftigte Arbeitsmarkt geben der Fed Spielraum, den Fokus auf Preisstabilität zu legen.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die jüngsten Äußerungen sind kein Grund zur Panik, aber ein klares Signal: Die Fed priorisiert die Inflationsbekämpfung über alles andere. Solange die Wirtschaft nicht deutlich abkühlt, ist mit weiteren Zinsschritten zu rechnen. Anleger sollten ihre Portfolios auf ein Szenario mit länger anhaltend hohen Zinsen vorbereiten und auf eine selektive Titelauswahl setzen. Die nächsten Inflationsdaten und Arbeitsmarktberichte werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob die Fed tatsächlich noch einmal nachlegt.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.
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