Stand: 24.09.2026, 12:58 Uhr

Die US-Notenbank Fed bekommt weiteren Gegenwind im Kampf gegen die Inflation. Fed-Direktorin Beth Hammack hat sich am Dienstag mit deutlichen Worten zu Wort gemeldet und die Risiken für die Preisstabilität als „nach oben gerichtet“ bezeichnet. Ihre Aussagen untermauern die wachsende Sorge, dass die Inflation in den USA hartnäckig hoch bleiben könnte – und dass die Zentralbank womöglich noch einmal nachlegen muss.

Warum ist das wichtig?

Hammack gilt als eines der Falken im Offenmarktausschuss der Fed – also als Verfechterin einer straffen Geldpolitik. Ihre jüngsten Äußerungen sind ein klares Signal: Die Inflation ist noch lange nicht besiegt. Sie verwies auf eine weiterhin solide Nachfrage, einen angespannten Arbeitsmarkt und vor allem auf anhaltende Angebotsschocks, die die Preise treiben. Das Problem: Die Fed kann Lieferkettenprobleme oder geopolitische Verwerfungen nicht direkt lösen, muss aber verhindern, dass sich daraus eine dauerhafte Preis-Lohn-Spirale entwickelt.

„Je länger die Inflation hoch bleibt, desto schwieriger wird es, sie wieder auf das Ziel von zwei Prozent zurückzuführen“, warnte Hammack. Das ist eine klare Ansage: Die Fed darf nicht nachlassen, auch wenn die Konjunktur Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Für Anleger bedeutet das: Die Zinswende nach unten könnte sich weiter verzögern. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 66 Prozent für eine erneute Zinserhöhung im Oktober ein – nach zuletzt sogar 74 Prozent. Das zeigt, wie volatil die Erwartungen sind.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Aktienanleger: Höhere Zinsen für länger belasten vor allem Wachstumswerte und Technologieaktien. Eine straffe Geldpolitik dämpft die Bewertungen und erhöht die Finanzierungskosten für Unternehmen.
  • Anleiheinvestoren: Steigende Zinserwartungen drücken die Kurse von Staatsanleihen. Die Renditen könnten weiter steigen, was festverzinsliche Wertpapiere unattraktiver macht.
  • Devisenhändler: Ein hawkischer Fed-Kurs stützt den US-Dollar. Währungen wie der Euro oder der Yen könnten unter Druck geraten.
  • Rohstoffmärkte: Ein starker Dollar und höhere Zinsen belasten Rohstoffpreise, da sie in Dollar notiert sind und die Nachfrage dämpfen.

Die Aussagen von Hammack sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Fed ihren restriktiven Kurs vorerst beibehalten wird. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass die Zinswende später kommt als erhofft – und dass die Volatilität an den Märkten hoch bleibt. Die nächsten Inflationsdaten und Arbeitsmarktberichte werden zeigen, ob sich die Falken durchsetzen oder ob die Konjunktur doch früher bremst.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.

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