Stand: 22.09.2026, 10:37 Uhr

Viele Anleger träumen davon, eines Tages von den Erträgen ihres Vermögens zu leben – ohne dafür arbeiten zu müssen. Doch wie realistisch ist dieser Wunsch tatsächlich? Das Handelsblatt hat einen Online-Rechner vorgestellt, der dabei helfen soll, das passive Einkommen aus verschiedenen Anlageformen zu planen und zu bewerten. Das Tool richtet sich an private Anleger, die ihre finanzielle Zukunft eigenständig gestalten möchten.

Was ist passiert?

Der Rechner ermöglicht es, verschiedene Szenarien für ein passives Einkommen durchzuspielen. Nutzer können Angaben zu ihrem Vermögen, der gewünschten monatlichen Auszahlung und dem Anlagehorizont machen. Das Tool berechnet dann, ob das angesparte Kapital ausreicht, um dauerhaft davon zu leben, oder ob es lediglich als Zusatzeinkommen dienen kann. Dabei werden unterschiedliche Anlageklassen berücksichtigt, darunter Länder-ETFs, Immobilien-ETFs und Einzelaktien. Jede Strategie bringt eigene Chancen und Risiken mit sich, die der Rechner transparent macht.

Warum ist das wichtig?

Die Idee eines passiven Einkommens ist in Zeiten niedriger Zinsen und unsicherer Rentensysteme für viele Menschen attraktiv. Laut dem Psychologen Valentin Haas bündelt dieser Wunsch drei zentrale Bedürfnisse: Sicherheit, Freiheit und Entlastung. Doch ohne konkrete Zahlen bleibt der Traum oft vage. Der Rechner hilft, realistische Erwartungen zu entwickeln und Fehleinschätzungen zu vermeiden. Er zeigt beispielsweise, wie viel Kapital nötig ist, um eine bestimmte monatliche Auszahlung zu erzielen – und welche Rendite dafür erforderlich ist. Das ist besonders relevant, weil viele Anleger die Risiken von Aktien- oder Immobilieninvestments unterschätzen oder die Inflation nicht ausreichend berücksichtigen.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Private Anleger, die ihr Vermögen für den Ruhestand oder eine finanzielle Unabhängigkeit aufbauen möchten.
  • Einsteiger in die Geldanlage, die eine erste Orientierung suchen, wie viel Kapital für ein passives Einkommen nötig ist.
  • Erfahrene Anleger, die ihre bestehende Strategie überprüfen und verschiedene Szenarien durchspielen wollen.
  • Menschen mit konkretem Sparziel, etwa für eine Auszeit vom Beruf oder eine frühere Rente.

Einordnung für den Leser

Der Rechner ist ein nützliches Werkzeug, um die eigene finanzielle Planung zu konkretisieren. Er ersetzt jedoch keine individuelle Anlageberatung und sollte nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen. Wichtig ist, dass Anleger die Ergebnisse kritisch hinterfragen: Die Berechnungen basieren auf Annahmen zu Renditen, Steuern und Inflation, die in der Realität schwanken können. Zudem ist ein passives Einkommen nicht automatisch risikofrei – Aktien-ETFs können kurzfristig stark fallen, und Immobilien-ETFs sind von Mietausfällen oder Wertverlusten betroffen. Wer langfristig von seinem Vermögen leben möchte, sollte daher eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen anstreben und regelmäßig die Strategie anpassen. Der Rechner bietet eine gute Grundlage, um solche Überlegungen anzustellen – aber die letzte Verantwortung für die Geldanlage liegt beim Anleger selbst.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.