Stand: 23.09.2026, 16:44 Uhr

Die US-amerikanische The Elmet Group (NASDAQ: ELMT) hat einen langfristigen Abnahmevertrag für Wolframkonzentrat mit dem britischen Bergbauunternehmen Tungsten West (AIM: TUN) unterzeichnet. Der Vertrag umfasst die Produktion der Hemerdon-Mine in Devon, England – einer der größten Wolframlagerstätten weltweit. The Elmet Group verpflichtet sich zur jährlichen Abnahme von mehr als 1.000 Tonnen Wolframkonzentrat (WO₃-Äquivalent), mit der Option, die Mengen im Laufe der Zeit zu steigern. Das Material soll über das Raffinerienetzwerk von ELMT in verbündeten Staaten zu Ammoniumparawolframat (APT) und anderen Wolfram-Zwischenprodukten verarbeitet werden. Anschließend ist die Lieferung an US-Produktionsstandorte in Maine, Michigan und Ohio sowie – vorbehaltlich des Vollzugs eines bereits angekündigten Kaufvertrags mit der OSRAM GmbH – an das Werk in Schwabmünchen, Deutschland, vorgesehen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energiewirtschaft, Medizintechnik, Industrie und Halbleiterbranche zu beliefern.

Warum ist das wichtig?

Wolfram ist ein kritisches Rohmaterial, das aufgrund seiner außergewöhnlichen Härte und Hitzebeständigkeit in zahlreichen Hochtechnologie- und Verteidigungsanwendungen unverzichtbar ist. Die aktuelle geopolitische Lage hat die Verwundbarkeit globaler Lieferketten für kritische Mineralien deutlich gemacht. China dominiert derzeit den Wolframmarkt mit einem Anteil von über 80 Prozent an der weltweiten Produktion. Der Vertrag zwischen The Elmet Group und Tungsten West ist Teil einer strategischen Initiative westlicher Regierungen, um unabhängigere und resilientere Lieferketten für kritische Rohstoffe aufzubauen. Die Vereinbarung baut auf zwei bedeutenden staatlichen Investitionen auf: einer 450-Millionen-US-Dollar-Zusage des US-Kriegsministeriums (Department of War) an The Elmet Group vom 14. September 2026 sowie einer strategischen Investition des britischen National Wealth Fund in Höhe von 71 Millionen Britischen Pfund in Tungsten West vom 25. August 2026. Diese staatlichen Beteiligungen unterstreichen die strategische Bedeutung des Projekts für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Souveränität beider Länder. Für Anleger ist die Meldung relevant, weil sie einen konkreten Schritt zur Umsetzung der angekündigten staatlichen Förderprogramme darstellt und das Umsatzpotenzial von The Elmet Group und Tungsten West konkretisiert. Der Vertrag sichert Tungsten West einen verlässlichen Abnehmer für die Produktion der Hemerdon-Mine, die derzeit hochgefahren wird und bis Ende des ersten Quartals 2027 die volle Produktion erreichen soll. Für The Elmet Group sichert der Vertrag den Zugang zu einer der größten Wolframlagerstätten außerhalb Chinas und stärkt damit die Position des Unternehmens als führender Anbieter kritischer Materialien in den USA und verbündeten Staaten.

  • Jährliches Abnahmevolumen: Mehr als 1.000 Tonnen Wolframkonzentrat (WO₃-Äquivalent), was auf Basis aktueller APT-Preise einem Wert von über 230 Millionen US-Dollar pro Jahr entspricht.
  • Strategische Bedeutung: Der Vertrag ist Teil des Aufbaus einer westlichen Wolfram-Lieferkette und reduziert die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffquellen.
  • Staatliche Unterstützung: Die US-Regierung investiert 450 Millionen US-Dollar in The Elmet Group, die britische Regierung 71 Millionen Britische Pfund in Tungsten West.
  • Produktionshochlauf: Die Hemerdon-Mine hat die Aufbereitungsarbeiten aufgenommen und strebt die volle Produktion bis Ende Q1 2027 an.
  • Endkunden: Beliefert werden sollen strategisch wichtige Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Medizintechnik, Industrie und Halbleiter.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Meldung ist in erster Linie für Anleger relevant, die in Aktien von The Elmet Group (NASDAQ: ELMT) oder Tungsten West (AIM: TUN) investiert sind oder ein Investment in diese Unternehmen erwägen. Darüber hinaus ist die Nachricht für Marktteilnehmer interessant, die sich mit Rohstoffmärkten, insbesondere kritischen Mineralien wie Wolfram, beschäftigen. Auch Anleger mit Fokus auf Verteidigungs- und Sicherheitsthemen sowie auf Unternehmen, die von staatlichen Förderprogrammen für Lieferketten-Resilienz profitieren, sollten die Entwicklung im Auge behalten. Die Meldung unterstreicht den Trend zur strategischen Autonomie westlicher Staaten bei kritischen Rohstoffen und könnte Signalwirkung für ähnliche Projekte in anderen Rohstoffmärkten haben.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.