Stand: 23.09.2026, 10:45 Uhr

Der Goldpreis ist am Mittwoch auf die psychologisch und charttechnisch bedeutende Unterstützungszone um 4.300 US-Dollar pro Feinunze zurückgefallen. Auslöser waren neue Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Verhandlungen mit dem Iran, die die zuvor aufgekommene Hoffnung auf eine baldige Deeskalation im Nahen Osten wieder dämpften. Am Vortag hatte Gold noch von Berichten profitiert, die auf eine mögliche Entspannung hindeuteten und die Ölpreise auf neue Tiefs drückten. Dies hatte die Inflations- und Zinssorgen kurzfristig gemildert. Trumps Aussage, die USA würden erst nach den November-Wahlen ein Abkommen mit dem Iran anstreben, ließ die Renditen von US-Staatsanleihen und den Dollar jedoch wieder steigen – ein klassisch belastendes Umfeld für Gold.

Warum ist das wichtig?

Der Goldmarkt befindet sich in einer sensiblen Phase. Die Entwicklung der Ölpreise ist derzeit der dominierende Treiber für Inflationserwartungen und damit für die Geldpolitik der US-Notenbank. Sollten die Ölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen wieder steigen, würde dies den Inflationsdruck erhöhen und die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen steigen lassen – ein Negativfaktor für Gold. Umgekehrt könnte eine Entspannung die Zinserwartungen senken und Gold Auftrieb geben.

Hinzu kommt: Die Märkte sind derzeit extrem positioniert. Sollten die heute anstehenden US-Frühindikatoren (Flash PMIs) schwächer ausfallen als erwartet, könnte dies die Erwartung aggressiver Zinserhöhungen dämpfen und Gold eine Erholung ermöglichen. Die technische Lage ist ebenfalls klar: Der Bereich um 4.300 Dollar ist eine mehrfach getestete Unterstützung. Ein Bruch darunter könnte den Weg bis auf 3.885 Dollar freimachen, während ein erfolgreicher Test eine Rallye in Richtung 4.510 Dollar einleiten könnte.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Rohstoff- und Edelmetall-Anleger: Wer Gold, Silber oder Minenaktien im Depot hat, sollte die Entwicklung an der Unterstützungszone genau beobachten. Ein Ausbruch nach unten oder oben könnte die nächste größere Trendbewegung einleiten.
  • Devisenhändler: Der Goldpreis korreliert stark mit dem US-Dollar und den Renditen. Bewegungen am Goldmarkt geben oft frühe Signale für die Richtung des Dollar-Index.
  • Makro-Investoren: Die Verknüpfung von Geopolitik (Iran, US-China-Gipfel), Ölpreis und Geldpolitik macht diesen Fall zu einem Lehrstück für die aktuellen Marktmechanismen.
  • Technische Trader: Die klaren Unterstützungs- und Widerstandszonen sowie die definierten Trendlinien bieten konkrete Ansatzpunkte für Ein- und Ausstiege.

Die heutigen US-PMIs und der morgige Gipfel zwischen Trump und Xi Jinping könnten die nächsten Impulse liefern. Anleger sollten die Entwicklungen im Nahen Osten und die Datenlage im Auge behalten, um auf mögliche Richtungswechsel vorbereitet zu sein.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.