Stand: 24.09.2026, 09:59 Uhr

Der Goldpreis ist am Dienstag erneut unter Druck geraten und steuert auf die Tiefststände der Vorwoche zu. Auslöser ist der anhaltende Anstieg der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die erstmals seit 2007 wieder über die Marke von 5,15 Prozent geklettert sind. Damit setzt sich der Trend fort, der den Goldpreis bereits in den vergangenen Tagen belastet hat.

Warum ist das wichtig?

Gold zahlt keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Steigen die risikofreien Renditen von Staatsanleihen, erhöht sich die sogenannte Opportunitätskosten für Goldhalter: Sie verzichten auf sichere Zinserträge, wenn sie Gold besitzen. Je höher die Renditen, desto unattraktiver wird das Edelmetall im Vergleich zu verzinslichen Anlagen. Hinzu kommt, dass die jüngsten starken US-Konjunkturdaten und eine schwache Treasury-Auktion die Erwartung genährt haben, die US-Notenbank Fed könnte die Zinsen weiter anheben oder zumindest länger hoch halten. Das belastet Gold zusätzlich.

Aus technischer Sicht ist der Goldpreis nun an einer entscheidenden Marke angelangt. Nachdem er unter die runde Marke von 4.300 Dollar und die 100-Tage-Linie gefallen ist, testet er nun das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung von Juli bis September bei rund 4.241 Dollar. Dieses Niveau fällt mit dem Tief der Vorwoche zusammen und gilt als erste wichtige Unterstützung. Sollte Gold nachhaltig darunter fallen, wäre der Weg frei für weitere Verluste – bis hin zur psychologisch bedeutenden Marke von 4.000 Dollar. Auf der Oberseite müsste der Preis zunächst die Zone zwischen 4.300 und 4.328 Dollar zurückerobern, bevor eine Erholung in Richtung 4.400 Dollar realistisch wäre.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Anleger in Gold-ETFs und physisches Gold: Sie sollten die Entwicklung der US-Renditen genau im Auge behalten, da diese kurzfristig den stärksten Einfluss auf den Goldpreis haben.
  • Rohstoffhändler und Trader: Die technischen Marken bei 4.241 und 4.000 Dollar bieten klare Orientierungspunkte für Ein- und Ausstiege.
  • Anleger mit Fokus auf Zinsentwicklung: Der Renditeanstieg signalisiert, dass der Markt weiterhin mit einer restriktiven Fed-Politik rechnet – das hat Auswirkungen auf viele Anlageklassen.
  • Portfoliomanager: Gold als Inflationsschutz und Diversifikator verliert in einem Umfeld steigender Realzinsen an Attraktivität. Eine Neugewichtung könnte sinnvoll sein.

Die entscheidende Frage bleibt, wohin sich die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen entwickeln. Solange sie über der Fünf-Prozent-Marke bleiben und neue Höchststände ansteuern, wird es für Gold schwer, nachhaltig zuzulegen. Der Anleihemarkt gibt derzeit den Ton an – und das dürfte auch in den kommenden Tagen so bleiben.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.