Stand: 24.09.2026, 08:20 Uhr

Der Goldpreis hat 2025 eine beeindruckende Rally hingelegt und notiert aktuell bei rund 4.400 US-Dollar je Feinunze. Trotz dieser Rekordjagd sieht der renommierte Gold-Stratege Ronald-Peter Stöferle das Edelmetall weiterhin als unterbewertet an. In einem aktuellen Interview erklärt er, warum Gold aus monetärer Perspektive noch immer „extrem günstig“ sei und welche Treiber den Markt in den kommenden Monaten bestimmen werden.

Warum ist das wichtig?

Gold hat sich in den vergangenen Jahren als Krisenwährung und Inflationsschutz etabliert. Die aktuelle Einschätzung eines führenden Gold-Experten hilft Anlegern, die langfristigen Perspektiven des Edelmetalls besser einzuordnen. Stöferle betont, dass die fundamentale Nachfrage – insbesondere durch Zentralbanken und asiatische Privatanleger – ungebrochen ist. Gleichzeitig warnt er vor kurzfristigen Rücksetzern, die durch eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank oder einen stärkeren Dollar ausgelöst werden könnten. Für Anleger, die Gold als strategische Beimischung im Depot halten, liefert die Analyse wichtige Argumente, warum eine Reduzierung der Position derzeit nicht sinnvoll erscheint.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Privatanleger mit Gold-ETCs oder Minenaktien: Sie erhalten eine fundierte Einschätzung zur weiteren Preisentwicklung und zu den Treibern des Goldmarktes.
  • Anleger, die über einen Gold-Einstieg nachdenken: Stöferles Analyse zeigt, dass Gold trotz hoher Kurse aus fundamentaler Sicht noch Potenzial haben könnte.
  • Investoren mit Fokus auf Währungs- und Geopolitik: Die Entdollarisierung und die steigende Staatsverschuldung sind zentrale Themen, die den Goldpreis langfristig stützen.
  • Pensionskassen und institutionelle Anleger: Stöferle verweist auf den geringen Goldanteil vieler Portfolios und sieht hier Nachholbedarf.

Einordnung und Ausblick

Stöferle argumentiert, dass Gold nicht teurer werde, sondern dass Dollar, Euro und andere Währungen gegenüber Gold an Kaufkraft verlören. Er verweist auf den sogenannten „Schattengoldpreis“: Würde die US-Geldbasis wieder zu 25 Prozent durch Gold gedeckt sein, läge der Preis bei rund 5.200 Dollar – ein Niveau, das 2025 bereits kurz erreicht wurde. Eine Volldeckung würde sogar 20.900 Dollar je Unze bedeuten. Diese Rechnung zeigt, wie stark die Geldmenge in den vergangenen Jahren ausgeweitet wurde und wie wenig physisches Gold dem gegenübersteht.

Die Nachfrage der Zentralbanken bleibt ein zentraler Treiber: 2025 kauften sie 863 Tonnen Gold, und 95 Prozent der befragten Notenbanken erwarten weiter steigende Reserven. Besonders China kauft antizyklisch in Kursschwächen hinein. Gleichzeitig sind westliche Finanzinvestoren laut Stöferle noch immer unterinvestiert: Über 70 Prozent der Pensionskassen und Versicherungen halten weniger als zwei Prozent Gold. Das optimale Portfolio-Gewicht liege nach seinen Berechnungen bei 14 bis 18 Prozent.

Kurzfristig könnten höhere Realzinsen und ein stärkerer Dollar für Gegenwind sorgen. Strukturell aber sprechen die hohe Verschuldung, geopolitische Unsicherheiten und das Bedürfnis nach einem neutralen Reserveasset für Gold. Stöferle sieht die „Goldene Dekade“ noch nicht am Ende: Das konservative Kursziel von 4.800 Dollar sei bereits übertroffen, das inflationäre Szenario liege bei rund 8.900 Dollar. Anleger sollten daher nicht auf kurzfristige Schwankungen, sondern auf den langfristigen Trend achten.

Hinweis: Dieser Artikel dient der redaktionellen Einordnung und stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investition birgt Risiken.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.