Stand: 24.09.2026, 19:35 Uhr
Der Kochboxenversender HelloFresh hat seine Jahresprognose für 2026 deutlich gesenkt und damit die Märkte überrascht. Grund ist ein schwächeres Neukundengeschäft im dritten Quartal, das hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb. Die Aktie fiel daraufhin auf ein Rekordtief und notierte zeitweise bei 2,44 Euro – ein Minus von rund 60 Prozent seit Jahresbeginn.
Warum ist das wichtig?
HelloFresh ist ein bekanntes Unternehmen im SDAX und war zeitweise sogar im DAX vertreten. Die drastische Senkung der Jahresziele signalisiert, dass das Geschäftsmodell unter Druck steht. Konkret erwartet der Konzern nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent, nachdem zuvor nur ein Minus von 3 bis 6 Prozent prognostiziert wurde. Auch das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll mit 350 bis 370 Millionen Euro unter dem bisherigen Ziel von 375 bis 425 Millionen Euro liegen. Analysten hatten im Schnitt mit 375,6 Millionen Euro gerechnet.
Die Ursache liegt laut Unternehmen in einer reduzierten Marketingausgaben im dritten Quartal, was zu weniger Neukunden führte. Dies ist besonders relevant, da die dritte Jahreszeit traditionell eine wichtige Saison für die Kundengewinnung ist. Die ausführlichen Quartalszahlen werden am 5. November veröffentlicht, doch die vorläufigen Ergebnisse deuten auf eine anhaltende Schwäche hin: Der Umsatz im dritten Quartal soll währungsbereinigt um 11 bis 12 Prozent gesunken sein, während Analysten nur mit einem Rückgang von 6,8 Prozent gerechnet hatten.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Aktionäre von HelloFresh: Die Aktie hat seit Jahresbeginn massiv an Wert verloren. Anleger müssen sich auf weitere Volatilität einstellen, insbesondere vor der Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen.
- Anleger im SDAX und Nebenwertebereich: HelloFresh ist ein Schwergewicht im SDAX. Die Kursverluste könnten den Index belasten und die Stimmung für andere Nebenwerte trüben.
- Beobachter des Kochboxenmarkts: Die Entwicklung bei HelloFresh könnte Rückschlüsse auf den gesamten Sektor geben. Konkurrenten wie Marley Spoon oder regionale Anbieter stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
- Marktstrategen und Analysten: Die Prognosesenkung wirft Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells auf. Analysten hatten zuletzt uneinheitliche Bewertungen abgegeben – von „Kaufen“ bis „Verkaufen“.
Die Marktkapitalisierung von HelloFresh ist von über 16 Milliarden Euro zu Spitzenzeiten im Herbst 2021 auf unter 400 Millionen Euro gefallen. Das Unternehmen wurde 2017 zu 10,25 Euro an die Börse gebracht. Der aktuelle Kurs liegt weit darunter. Anleger sollten die Entwicklung genau verfolgen, aber keine übereilten Entscheidungen treffen. Die endgültigen Zahlen am 5. November könnten weitere Klarheit bringen.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.