Stand: 24.09.2026, 08:13 Uhr

Die Aktie des schwedischen Modekonzerns Hennes & Mauritz (H&M) ist am Donnerstag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen. Der Kurs gab zeitweise um bis zu 3,7 Prozent nach und notierte zuletzt bei 162,20 schwedischen Kronen. Auslöser war ein enttäuschender Geschäftsausblick, der von steigenden Einkaufskosten und einem schwachen Umsatzwachstum überschattet wird.

Warum ist das wichtig?

H&M ist einer der größten Modehändler Europas und ein direkter Konkurrent des spanischen Branchenriesen Inditex (Zara). Die Aktie des Unternehmens gilt als Stimmungsindikator für den gesamten Einzelhandelssektor. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass H&M trotz einer leichten Umsatzsteigerung im dritten Geschäftsquartal (bis Ende August) weiterhin unter Druck steht. Der Umsatz stieg auf rund 57,2 Milliarden schwedische Kronen (etwa 5,1 Milliarden Euro), was einem währungsbereinigten Plus von nur einem Prozent entspricht. Analysten hatten sich mehr erhofft.

Besonders besorgniserregend sind die hohen Lagerbestände, die auf eine schwache Nachfrage hindeuten. Hinzu kommt, dass H&M mit steigenden Einkaufskosten rechnet – unter anderem aufgrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der Konzern erwartet zudem verstärkte Preisnachlässe im Einzelhandel, insbesondere vor dem Black Friday, was die Margen zusätzlich belasten dürfte.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Aktionäre von H&M: Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 14 Prozent an Wert verloren. Anleger müssen mit weiterer Volatilität rechnen, insbesondere wenn die Umsatzentwicklung schwach bleibt.
  • Anleger im Einzelhandelssektor: Die Probleme von H&M könnten auf andere Modehändler ausstrahlen. Besonders Inditex und Zalando stehen im Fokus, da sie ähnlichen Marktbedingungen ausgesetzt sind.
  • Marktbeobachter und Analysten: Die Quartalszahlen liefern wichtige Hinweise auf die Konsumlaune in Europa und die Auswirkungen geopolitischer Krisen auf die Lieferketten.

Das operative Ergebnis konnte H&M zwar um mehr als ein Fünftel auf gut 6 Milliarden Kronen steigern – übertraf damit sogar die Analystenerwartungen –, doch dieser Erfolg ist trügerisch. Er wurde maßgeblich durch Rückzahlungen von zu viel gezahlten Zöllen in den USA begünstigt. Konzernchef Daniel Erver stellte klar, dass mit weiteren Erstattungen nicht zu rechnen sei. Analysten wie Richard Chamberlain von RBC und Georgina Johanan von JPMorgan äußerten sich skeptisch. Chamberlain kritisierte die hohen Lagerbestände, Johanan bemängelte die verfehlte Bruttomarge.

Für den September erwartet H&M ein währungsbereinigtes Umsatzplus von ebenfalls nur einem Prozent. Das ist aus Sicht vieler Investoren zu wenig, um die Aktie nachhaltig zu stützen. Die Citigroup-Expertin Monique Pollard strich ihre zuvor positive Einschätzung und rechnet nun mit einer negativen Kursreaktion. Auch Barclays-Analyst Matthew Clements monierte den Geschäftsmix und den verhaltenen Ausblick.

Die Aktie von H&M notiert derzeit nahe ihrem Jahrestief. Während Inditex und Zalando am Donnerstag leicht im Plus lagen, bleibt H&M der größte Verlierer im europäischen Modehandel. Anleger sollten die weitere Entwicklung genau beobachten, insbesondere die Umsatzzahlen zum Weihnachtsgeschäft und die Auswirkungen der geopolitischen Lage auf die Einkaufskosten.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.