Stand: 23.09.2026, 22:58 Uhr
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre kurzfristige Prognose für den Goldpreis nach unten korrigiert, bleibt aber langfristig optimistisch. In einer aktuellen Analyse senkte die Bank das faire Preisziel für Ende 2026 von 4.900 auf 4.650 Dollar je Feinunze. Gleichzeitig hält sie an ihrem ehrgeizigen Ziel von 5.400 Dollar für Ende 2027 fest. Die Anpassung erfolgte im Nachgang der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September, nach der Goldman-Ökonomen nun mit einer weiteren Anhebung im Oktober rechnen.
Warum ist das wichtig?
Die revidierte Prognose von Goldman Sachs ist für den Goldmarkt von großer Bedeutung, da die Bank zu den einflussreichsten Stimmen im Rohstoffsektor zählt. Ihre Einschätzung bietet Anlegern einen wichtigen Orientierungspunkt in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Die Kernaussage der Analyse lautet: Die jüngste Schwächephase des Goldpreises ist eher eine Verschnaufpause als eine Trendwende. Goldman Sachs sieht den Preis auch nach der Korrektur des kurzfristigen Ziels weiterhin über dem aktuellen Spotpreis von rund 4.300 Dollar. Das bedeutet, dass die Bank selbst auf kürzere Sicht noch Kurspotenzial sieht.
Die Begründung ist zweigeteilt: Kurzfristig belasten die straffere Geldpolitik der Fed und der starke Dollar die Nachfrage über Gold-ETFs. Goldman Sachs geht jedoch davon aus, dass dieser Effekt bereits weitgehend in den Kursen eingepreist ist. Mittel- bis langfristig stützt vor allem die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken den Goldpreis. Die Bank schätzt, dass die offiziellen Käufe derzeit bei rund 90 Tonnen pro Monat liegen – ein Vielfaches des Vorkrisendurchschnitts von 17 Tonnen. Diese strukturelle Nachfrage ist nach Ansicht von Goldman Sachs der Haupttreiber für den erwarteten Preisanstieg von rund 23 Prozent bis Ende 2027.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Anleger in Gold-ETFs und Goldminenaktien: Für sie ist die Analyse ein wichtiges Signal, dass die jüngste Korrektur als Kaufgelegenheit betrachtet werden könnte. Die Bestätigung des langfristigen Ziels durch Goldman Sachs spricht für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, sobald der Zinsdruck nachlässt.
- Rohstoffhändler und Fondsmanager: Sie erhalten mit der Prognose eine fundierte Einschätzung zur Preisentwicklung, die als Grundlage für Handelsstrategien dienen kann. Die Bank nennt mit der Fed-Politik und der Zentralbanknachfrage auch die beiden entscheidenden Risikofaktoren, die es zu beobachten gilt.
- Privatanleger mit Goldbeständen: Für sie bietet die Analyse eine Einordnung der aktuellen Marktlage. Die Botschaft, dass Zinserhöhungen den Anstieg verzögern, aber nicht beenden, kann helfen, kurzfristige Kursschwankungen besser einzuordnen und langfristige Anlageentscheidungen zu treffen.
- Beobachter der Geldpolitik: Die enge Verknüpfung der Goldprognose mit den Erwartungen an die Fed zeigt, wie stark der Goldpreis von den Zinsentscheidungen der US-Notenbank abhängt. Ein hawkisherer Kurs der Fed als von Goldman angenommen, könnte zu einer schärferen Korrektur führen.
Goldman Sachs selbst warnt vor diesem Risiko: Sollte die Fed die Zinsen länger hoch halten oder sogar weiter anheben, könnte der Goldpreis deutlicher fallen. Die entscheidenden Variablen bleiben damit das Tempo der Fed-Straffung und die Beständigkeit der Zentralbankkäufe. Ein Nachlassen der offiziellen Nachfrage wäre für den Ausblick bedeutsamer als ein einzelner Zinsschritt.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.