Stand: 23.09.2026, 07:45 Uhr

Vermietete Wohnungen gelten seit jeher als eine der sichersten Säulen der privaten Altersvorsorge. Doch wie viel Geld bleibt tatsächlich hängen, wenn man eine Mietwohnung kauft und vermietet? Das Handelsblatt hat nachgerechnet – mit ernüchternden Ergebnissen. Denn die tatsächliche Rendite fällt oft deutlich geringer aus, als viele Kaufinteressenten auf den ersten Blick annehmen.

Warum ist das wichtig?

Die private Altersvorsorge ist für viele Menschen ein zentrales Thema. Immobilien gelten dabei als besonders wertbeständig und krisensicher. Doch die Rechnung ist komplex: Neben dem Kaufpreis schmälern zahlreiche Kostenfaktoren den Ertrag. Wer sich nur auf die Bruttomiete verlässt, kann schnell enttäuscht werden. Die Nettorendite – also das, was nach Abzug aller Ausgaben übrig bleibt – liegt oft deutlich unter den ersten Hochrechnungen. Das ist besonders relevant in Zeiten steigender Zinsen und hoher Immobilienpreise, in denen die Finanzierung einer Kapitalanlage immer teurer wird.

Die wichtigsten Kostenfaktoren im Überblick

  • Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovision können je nach Bundesland 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Diese Beträge amortisieren sich erst über viele Jahre.
  • Laufende Kosten: Verwaltung, Instandhaltungsrücklagen, Grundsteuer, Versicherungen und mögliche Mietausfälle fressen einen erheblichen Teil der Mieteinnahmen auf.
  • Finanzierungskosten: Bei hohen Zinsen und einer langen Kreditlaufzeit können die Zinszahlungen die Rendite massiv drücken.
  • Lage und Mietniveau: In strukturschwachen Regionen sinken die Mieten oder stagnieren, während in Top-Lagen die Kaufpreise oft so hoch sind, dass die Mietrendite gering ausfällt.

Für wen ist die Meldung relevant?

Diese Analyse richtet sich an alle, die über den Kauf einer Mietwohnung als Kapitalanlage nachdenken – sei es für die eigene Altersvorsorge oder als Teil eines diversifizierten Portfolios. Auch Bestandshalter, die ihre Rendite realistisch einschätzen wollen, finden hier wertvolle Hinweise. Anleger, die mit hohen Renditeversprechen aus Verkaufsprospekten konfrontiert werden, sollten die Zahlen kritisch hinterfragen. Die Meldung zeigt: Ohne eine detaillierte und realistische Berechnung der Nettorendite kann der Traum von der sicheren Immobilienrente schnell zum finanziellen Risiko werden. Wer sich nicht von der Bruttomiete blenden lässt und alle Kosten einpreist, kann jedoch auch heute noch mit einer Mietwohnung langfristig Vermögen aufbauen – allerdings mit deutlich geringeren Erträgen, als viele glauben.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.