
Stand: 24.09.2026, 15:12 Uhr
Jeffrey Gundlach, der legendäre Gründer und Chef von DoubleLine Capital, schlägt Alarm. Der als „Anleihekönig“ bekannte Investor hat seine Aktienquote drastisch von 40 auf 30 Prozent gesenkt und steigt gezielt aus KI-Schwergewichten wie NVIDIA aus. Statt auf die üblichen Tech-Riesen setzt er nun auf einen gleichgewichteten Index, um das Klumpenrisiko im KI-Sektor zu minimieren. Seine Begründung: Die Bewertung des Marktes, gemessen am Shiller-KGV, sei historisch überhöht und deute auf negative reale Renditen für die nächsten zehn Jahre hin.
Warum ist das wichtig?
Gundlachs Schritt ist bemerkenswert, weil er zu den wenigen gehört, die den Zusammenbruch des US-Häusermarktes 2007 präzise vorhersagten. Seine aktuelle Warnung richtet sich direkt an Anleger, die in den vergangenen Monaten stark auf KI-Aktien wie NVIDIA, AMD oder Marvell Technology gesetzt haben. Der Kern seiner Argumentation: Das Shiller-KGV des S&P 500 liegt über 42 – ein Niveau, das in der Vergangenheit jedes Mal zu negativen realen Renditen über die folgenden zehn Jahre führte. Sollte die US-Notenbank die Inflation tatsächlich auf zwei Prozent drücken, drohen laut Gundlach sogar nominale Verluste. Er erwartet in den kommenden sechs bis neun Monaten einen deutlichen Rückschlag bei Risikoanlagen, insbesondere im KI-Bereich. Für den Markt bedeutet das: Die Phase der unkritischen Euphorie könnte enden, und Anleger sollten ihre Portfolios auf mögliche Korrekturen vorbereiten.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Privatanleger mit KI-Last: Wer stark in NVIDIA, AMD oder andere KI-Titel investiert ist, sollte die Risiken eines möglichen Kursrutsches ernst nehmen. Gundlachs Strategie zeigt, wie man das Klumpenrisiko durch gleichgewichtete Indizes reduzieren kann.
- Langfristig orientierte Anleger: Die Warnung vor negativen realen Renditen über zehn Jahre ist ein Signal, die eigene Asset-Allokation zu überprüfen und stärker auf Anleihen, Rohstoffe oder Gold zu setzen.
- Fondsmanager und Vermögensverwalter: Gundlachs Umschichtung in festverzinsliche Papiere, Schwellenländeranleihen und Rohstoffe bietet eine Blaupause für defensive Strategien in einem überbewerteten Markt.
- Technologie-Investoren: Wer auf den KI-Hype setzt, sollte sich bewusst sein, dass Gundlach mit Ausfällen und Verlierern im KI-Wettlauf rechnet. Die Risikoaufschläge bei Anleihen KI-naher Unternehmen weiten sich bereits aus – ein Frühwarnsignal.
Gundlach selbst bleibt nicht vollständig aus dem Markt, sondern diversifiziert breit. Sein Ansatz: Statt auf Einzeltitel oder den klassischen S&P 500 setzt er auf einen gleichgewichteten Fortune-500-Index, der Technologie nur noch mit rund neun Prozent gewichtet. Zusätzlich fließen 30 Prozent in Anleihen, je zehn Prozent in Rohstoffe und Gold sowie 20 Prozent in „trockenes Pulver“ für Immobilien- und Rentenfonds. Für Anleger bedeutet das: Die Zeit der ungebremsten KI-Rallye könnte vorbei sein. Wer jetzt nicht umschichtet, riskiert, in den nächsten Jahren enttäuscht zu werden.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.