Stand: 24.09.2026, 19:06 Uhr

Die klassische Buy-and-Hold-Strategie, bei der Anleger Aktien über Jahre oder Jahrzehnte halten, gilt seit Generationen als eine der sichersten Methoden zum Vermögensaufbau. Doch eine aktuelle Analyse von MarketWatch zeigt, dass dieses Modell zunehmend unter Druck gerät. Der Grund: Die Zahl der Aktien, die langfristig besser abschneiden als der Gesamtmarkt, schrumpft stetig. Immer weniger Einzeltitel treiben die Indexrenditen, während die Mehrheit hinterherhinkt. Dies zwingt aktive Fondsmanager zu mehr Flexibilität und stellt Privatanleger vor neue Herausforderungen.

Warum ist das wichtig?

Die Buy-and-Hold-Strategie basiert auf der Annahme, dass der Markt langfristig steigt und eine breite Diversifikation ausreicht, um von diesem Wachstum zu profitieren. Historisch gesehen war dies für den S&P 500 und andere große Indizes auch richtig. Doch die jüngsten Daten deuten auf eine strukturelle Veränderung hin: Die Marktkonzentration nimmt zu. Wenige Megacap-Werte wie Apple, Microsoft oder Nvidia dominieren die Indexentwicklung, während tausende kleinerer und mittlerer Unternehmen kaum zur Gesamtrendite beitragen. Für Anleger bedeutet dies: Wer einfach nur einen Indexfonds kauft und hält, setzt im Wesentlichen auf eine Handvoll Aktien. Das Risiko von Klumpenrisiken steigt, und die vermeintliche Sicherheit der Diversifikation schwindet. Zudem sind die Renditechancen für Einzeltitel außerhalb der Spitzengruppe deutlich geringer geworden. Dies erfordert eine aktiviere Überwachung und Anpassung des Portfolios – etwas, das viele Privatanleger scheuen.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Privatanleger mit Buy-and-Hold-Ansatz: Wer langfristig in Aktien investiert ist, sollte seine Strategie überdenken. Die reine Indexnachbildung reicht möglicherweise nicht mehr aus, um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Eine regelmäßige Überprüfung der Einzeltitel und eine stärkere Gewichtung auf Qualitätsaktien mit Wettbewerbsvorteilen könnten sinnvoll sein.
  • Aktive Fondsmanager und Trader: Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben und Positionen schneller anzupassen. Wer nur auf langfristige Trends setzt, verpasst möglicherweise Chancen in Nischenmärkten oder bei unterbewerteten Titeln.
  • Anleger mit Fokus auf Dividenden: Auch Dividendenstrategien sind betroffen, da viele Dividendenzahler nicht zu den Marktführern gehören. Eine reine Dividendenorientierung könnte zu einer Untergewichtung der wachstumsstärksten Unternehmen führen.
  • Einsteiger in die Aktienanlage: Neue Anleger, die auf einfache ETF-Sparpläne setzen, sollten sich der veränderten Marktdynamik bewusst sein. Ein reiner Welt-ETF ist nicht mehr automatisch die risikoärmste Lösung – eine Beimischung von aktiven Fonds oder Einzeltiteln kann helfen, die Konzentration zu reduzieren.

Fazit: Die Zeiten, in denen man Aktien einfach kaufen und liegen lassen konnte, sind vorbei. Der Markt belohnt zunehmend diejenigen, die bereit sind, sich aktiv mit ihren Investments auseinanderzusetzen. Das bedeutet nicht, dass Buy-and-Hold tot ist, aber es erfordert eine intelligentere Umsetzung – mit regelmäßigen Rebalancings, einer stärkeren Fokussierung auf Qualität und einer bewussten Steuerung von Klumpenrisiken. Anleger sollten ihre Portfolios daher kritisch hinterfragen und gegebenenfalls anpassen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.