Stand: 24.09.2026, 20:50 Uhr
Die KI-Euphorie an den Börsen hat in den vergangenen Monaten vor allem die großen Technologiekonzerne und Halbleiterhersteller beflügelt. Doch nach Ansicht der Analysten von Morgan Stanley steht die nächste Phase des KI-Booms bevor – und sie könnte ganz andere Gewinner hervorbringen. In einer aktuellen Strategie-Notiz empfehlen die Experten, die Portfolios breiter aufzustellen und verstärkt auf Unternehmen zu setzen, die KI bereits gewinnbringend in ihren Geschäftsalltag integrieren.
Warum ist das wichtig?
Die erste Welle der Künstlichen Intelligenz war geprägt von massiven Investitionen in die Infrastruktur: Rechenzentren, Spezialchips und Cloud-Dienste. Aktien von Nvidia, AMD oder Microsoft profitierten überproportional. Morgan Stanley sieht hier zwar noch weiteres Kurspotenzial, warnt jedoch davor, dass die Bewertungen in diesem Segment zunehmend ambitioniert sind. Der entscheidende Wendepunkt sei nun erreicht: „Die Hardware-Phase läuft, aber die wirklich nachhaltigen Gewinne werden in den Anwendungen und der Produktivitätssteigerung liegen“, so die Analysten.
Die Relevanz für Anleger liegt auf der Hand: Wer nur auf die bekannten KI-Champions setzt, könnte die nächste Wachstumsphase verpassen. Denn sobald KI-Lösungen in der Breite der Wirtschaft Einzug halten, profitieren nicht nur Tech-Konzerne, sondern auch traditionelle Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Logistik oder Industrie. Morgan Stanley identifiziert drei konkrete Bereiche, in denen sich jetzt Chancen bieten:
- Software und Unternehmensanwendungen: Firmen, die KI in ihre Produkte integrieren – etwa für automatisierte Buchhaltung, personalisierte Kundenkommunikation oder intelligente Lieferkettensteuerung – könnten von Effizienzgewinnen und höheren Margen profitieren.
- Gesundheitswesen: KI-gestützte Diagnostik, Wirkstoffforschung und personalisierte Medizin sind keine Zukunftsmusik mehr. Unternehmen, die hier bereits Patente oder Marktzugänge haben, stehen vor einem beschleunigten Wachstum.
- Industrie und Logistik: Von der vorausschauenden Wartung von Maschinen bis zur Optimierung von Lieferketten – KI senkt Kosten und erhöht die Auslastung. Hier sehen die Analysten besonders bei mittelständischen Spezialisten Aufholpotenzial.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die Analyse richtet sich an alle Anleger, die ihr Depot breit diversifizieren möchten und nicht nur auf die großen Tech-Werte setzen wollen. Besonders interessant ist sie für:
- Langfristig orientierte Investoren, die von strukturellen Trends profitieren möchten, ohne auf überhöhte Bewertungen zu setzen.
- Anleger, die bereits KI-Aktien halten und ihr Risiko streuen wollen.
- Einsteiger, die nach konkreten Sektoren suchen, in denen KI bereits messbare Ergebnisse liefert.
Wichtig: Morgan Stanley betont, dass die Hardware-Aktien nicht verkauft werden sollten – sie bleiben ein tragendes Element. Die Empfehlung lautet vielmehr, schrittweise Positionen in den genannten Anwendungsbereichen aufzubauen. Wer jetzt umschichtet, könnte von der zweiten KI-Welle profitieren, die weniger spekulativ, aber dafür fundamental breiter gestützt ist.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.