
Stand: 25.09.2026, 05:26 Uhr
Die Börse entdeckt die nächste Welle der Künstlichen Intelligenz: Nachdem die Kurse von Chipkonzernen und Rechenzentrumsbetreibern in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind, rückt nun die sogenannte physische KI in den Fokus. Darunter verstehen Experten KI-Systeme, die in Maschinen integriert sind und in der realen Welt eigenständig handeln können – etwa Roboter, die Gegenstände greifen, sortieren oder transportieren. Analysten sehen hier enormes Wachstumspotenzial, raten Anlegern aber zu einer gezielten Strategie.
Warum ist das wichtig?
Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt: Bislang profitierten vor allem Unternehmen von der KI-Euphorie, die Rechenzentren betreiben oder Chips herstellen. Die nächste Gewinnerwelle könnte jedoch aus anderen Branchen kommen. Denn physische KI verändert die Art und Weise, wie Roboter lernen und arbeiten. Statt aufwendig programmiert zu werden, können moderne Systeme durch bloßes Beobachten neue Aufgaben erlernen und sich flexibel an veränderte Umgebungen anpassen. Das macht sie für Bereiche wie Logistik, Fertigung und Gesundheitswesen hochinteressant. Angesichts des demografischen Wandels und steigender Lohnkosten dürfte die Nachfrage nach solchen Lösungen massiv steigen. Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley prognostizieren dem Markt für humanoide Roboter bis 2050 ein Volumen von bis zu fünf Billionen Dollar.
Für wen ist das interessant?
- Langfristig orientierte Anleger, die in Zukunftstechnologien investieren möchten, aber das Risiko einzelner Aktien scheuen.
- Anleger mit Fokus auf Industrie und Technologie, die nach neuen Wachstumsfeldern jenseits von reinen Software-KI suchen.
- Risikobewusste Investoren, die bereit sind, in kleinere, spezialisierte Unternehmen einzusteigen, die oft noch schwankungsanfällig sind.
Wie können Anleger vorgehen?
Experten raten, nicht direkt auf die Hersteller humanoider Roboter zu setzen, sondern auf die Zulieferer und die Infrastruktur. Der legendäre Börsianer André Kostolany brachte es auf den Punkt: „Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!“ Konkret bedeutet das: Unternehmen, die hochpräzise Getriebe, Sensoren oder KI-Chips für Roboter liefern, könnten unabhängig davon profitieren, welcher Roboterhersteller sich letztlich durchsetzt. Als Beispiele nennen Analysten den US-Bildverarbeitungsspezialisten Cognex, den japanischen Antriebshersteller Harmonic Drive Systems sowie die Lidar-Sensoren-Anbieter Hesai und Robosense aus China. Allerdings sind viele dieser Titel relativ klein und für deutsche Anleger nicht immer einfach zu handeln – es können höhere Kosten und Spreads anfallen. Zudem ist ungewiss, welche Unternehmen langfristig erfolgreich sein werden. Eine breite Streuung über mehrere Werte oder ein ETF auf Robotik und Automatisierung kann das Risiko mindern.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.