Stand: 24.09.2026, 05:04 Uhr

Zu Beginn des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in den USA hat die US-Regierung eine Verlängerung der Zollpause um zwei Monate verkündet. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte die Einigung im Sender Fox News und bezeichnete sie als Verlängerung des sogenannten Busan-Abkommens. Eine offizielle Bestätigung aus Peking blieb zunächst aus. Die Nachricht sorgte an den Finanzmärkten für leichte Erleichterung, da eine Eskalation des Handelsstreits vorerst ausbleibt.

Warum ist das wichtig?

Die Verlängerung der Zollpause ist ein Signal der Deeskalation im seit Jahren schwelenden Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Für Anleger bedeutet dies kurzfristig weniger Unsicherheit, insbesondere für exportorientierte Unternehmen und Branchen mit starker China-Exposure. Die Zollpause betrifft zusätzliche Abgaben auf chinesische Importe, die bis November ausgesetzt waren und nun bis Januar 2025 verlängert werden. Dies gibt Unternehmen Planungssicherheit für die kommenden Monate und stützt die Lieferketten, die durch mögliche Zollerhöhungen empfindlich gestört worden wären.

Die Gespräche zwischen Trump und Xi gehen jedoch weit über Zollfragen hinaus. Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), der Iran-Konflikt, der Ukraine-Krieg und die Taiwan-Frage stehen ebenfalls auf der Agenda. Trump bezeichnete KI als „Super Intelligenz“ und kündigte an, dass beide Seiten eine gemeinsame Position anstreben. Gleichzeitig wächst der Druck auf China, im Iran-Konflikt zu vermitteln, da die Blockade der Straße von Hormus die Ölpreise treibt und China der größte Abnehmer iranischen Öls ist. Ein neues US-Sanktionspaket gegen Russland könnte zudem Zölle von bis zu 100 Prozent auf Länder verhängen, die weiterhin russisches Öl oder Gas kaufen – ein Risiko für China und Indien.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Anleger in US- und chinesischen Aktien: Unternehmen mit starkem China-Geschäft wie Apple, Tesla, Amazon oder Alphabet könnten von der Zollpause profitieren, da Handelshemmnisse vorerst ausbleiben. Die Aktien dieser Konzerne reagierten bereits mit leichten Kursgewinnen.
  • Devisenhändler: Die Verlängerung der Zollpause stützt den chinesischen Yuan und den US-Dollar, da Unsicherheit abnimmt. Ein weiterer Handelskonflikt hätte zu stärkeren Währungsschwankungen führen können.
  • Rohstoffinvestoren: Die Ölpreise bleiben durch die Iran-Krise volatil. Chinas Rolle als Vermittler könnte die Spannungen in der Straße von Hormus beeinflussen und damit die Energiepreise.
  • Technologieinvestoren: Die KI-Gespräche zwischen Trump und Xi könnten regulatorische Weichen stellen. Beide Länder haben ein Interesse an Sicherheitsstandards, was für Unternehmen wie Nvidia oder Google relevant ist.
  • Politische Beobachter: Der Besuch zeigt, dass trotz aller Konflikte diplomatische Kanäle offen bleiben. Die Taiwan-Frage und der Ukraine-Krieg bleiben jedoch potenzielle Stolpersteine.

Für Anleger bleibt die Lage komplex: Die Zollpause ist ein positives Signal, doch die zugrunde liegenden Spannungen – von Technologie-Wettbewerb bis zu geopolitischen Rivalitäten – sind nicht gelöst. Wer in exportorientierte Werte investiert, sollte die Entwicklung der Gespräche genau verfolgen. Eine Eskalation in anderen Bereichen könnte die kurzfristige Entspannung schnell zunichtemachen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.