
Stand: 24.09.2026, 12:05 Uhr
Der Silberpreis ist im gestrigen Handel erneut unter Druck geraten und an die charttechnisch bedeutsame Unterstützungszone bei 63,00 US-Dollar pro Feinunze zurückgefallen. Auslöser waren ein wieder anziehender Ölpreis sowie überraschend starke US-Einkaufsmanagerindizes (PMIs), die die Realrenditen in die Höhe getrieben haben. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob die Talsohle erreicht ist oder weitere Verluste drohen.
Warum ist das wichtig?
Silber hat in den vergangenen Wochen von fallenden Ölpreisen profitiert, da niedrigere Energiepreise die Inflationssorgen dämpften und die Erwartung einer weniger aggressiven Geldpolitik der US-Notenbank Fed nährten. Diese Hoffnung hat sich jedoch zerschlagen. Auf der UN-Generalversammlung bekräftigte US-Präsident Trump, dass ein Abkommen mit dem Iran erst nach den Kongresswahlen im November möglich sei. Diese Aussage reduzierte die Chancen auf eine schnelle Deeskalation im Nahen Osten und ließ den Ölpreis wieder steigen.
Hinzu kamen die US-Flash-PMIs, die ein deutlich stärkeres Wirtschaftswachstum als erwartet anzeigten. Die Märkte reagierten mit einer Neubewertung der Zinserwartungen: Höhere Realrenditen machen zinslose Anlagen wie Silber unattraktiver. Der Preis fiel daraufhin zurück an die Marke von 63 Dollar, die bereits in der Vergangenheit mehrfach als Wendepunkt diente.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Rohstoffanleger: Wer in Silber investiert ist oder einen Einstieg erwägt, sollte die Wechselwirkung zwischen Ölpreis, US-Konjunkturdaten und Zinserwartungen genau beobachten. Die 63-Dollar-Marke ist ein entscheidender technischer Haltepunkt.
- Edelmetall-Strategen: Silber wird oft als Industriemetall und Inflationsschutz zugleich gehandelt. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie stark geopolitische Risiken und Geldpolitik den Preis beeinflussen.
- Trader mit kurzfristigem Horizont: Die Volatilität um die Unterstützung bietet Chancen, aber auch Risiken. Ein Bruch unter 63 Dollar könnte eine schnelle Abwärtsbewegung einleiten.
Ausblick und Einordnung
Die weitere Richtung hängt maßgeblich von der Entwicklung im Nahen Osten und den US-Zinserwartungen ab. Sollte es zu einer überraschenden Einigung zwischen den USA und dem Iran kommen, könnte der Ölpreis fallen und die Realrenditen sinken – ein positives Signal für Silber. Im umgekehrten Fall einer erneuten Eskalation drohen weitere Verluste. Aus charttechnischer Sicht ist die 63-Dollar-Marke derzeit der entscheidende Test. Ein nachhaltiger Halt könnte eine Erholung bis 71,50 Dollar ermöglichen, während ein Bruch den Weg bis 55 Dollar freimachen würde. Anleger sollten die heutigen US-Arbeitsmarktdaten und die Gespräche zwischen Trump und Xi Jinping im Auge behalten, die zusätzliche Impulse liefern könnten.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.