
Stand: 24.09.2026, 07:38 Uhr
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins wie von der Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet bei 0,0 Prozent belassen. Gleichzeitig hob die Notenbank ihre Inflationsprognosen an, was vor allem auf gestiegene Energiepreise und den schwächeren Schweizer Franken zurückzuführen ist. Die Entscheidung fiel im Rahmen der turnusmäßigen geldpolitischen Lagebeurteilung.
Warum ist das wichtig?
Die Zinsentscheidung der SNB ist für Anleger und Marktbeobachter von großer Bedeutung, da sie direkte Auswirkungen auf den Wechselkurs des Schweizer Frankens, die Zinslandschaft in Europa und die Bewertung von Anleihen haben kann. Die Anhebung der Inflationsprognosen signalisiert, dass die SNB mit einem etwas stärkeren Preisauftrieb rechnet, aber dennoch keine unmittelbare Notwendigkeit für eine Zinserhöhung sieht. Dies deutet auf eine weiterhin sehr lockere Geldpolitik hin, die den Franken tendenziell belasten könnte. Für Anleger in Schweizer Aktien oder Exportunternehmen ist dies relevant, da ein schwächerer Franken die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Gleichzeitig bleibt die SNB bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren, was die Volatilität des Frankens begrenzen könnte.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Anleger, die in Schweizer Franken, Anleihen oder Aktien investiert sind.
- Trader, die auf Währungspaare wie EUR/CHF oder USD/CHF spekulieren.
- Marktteilnehmer, die die geldpolitische Ausrichtung der SNB im Vergleich zur EZB oder Fed bewerten.
- Unternehmen mit Exportgeschäften in die Schweiz oder mit Franken-Exposure.
Die SNB begründete ihre Entscheidung mit einem moderaten Anstieg der Inflation von 0,6 Prozent im Mai auf 0,8 Prozent im August. Dieser Anstieg sei hauptsächlich auf höhere Preise für Mineralölprodukte zurückzuführen, während die Güterpreisinflation erstmals seit Mai 2024 wieder positiv ausfiel. Die Notenbank betonte jedoch, dass der mittelfristige Inflationsdruck nur leicht zugenommen habe und die aktuelle Geldpolitik angemessen sei, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Die bedingte Inflationsprognose wurde für den gesamten Prognosezeitraum angehoben: Für 2026 erwartet die SNB nun eine durchschnittliche Inflation von 0,7 Prozent (zuvor 0,6 Prozent), für 2027 von 0,8 Prozent (zuvor 0,6 Prozent) und für 2028 von 0,8 Prozent (zuvor 0,7 Prozent). Die kurzfristige Anhebung spiegelt die höheren Ölpreise wider, während der schwächere Franken zu der moderaten Aufwärtsrevision in den späteren Jahren beitrug. Die SNB geht jedoch davon aus, dass die Energieinflation im Laufe des Jahres 2027 wieder nachlassen wird. Die gesamte Prognose bleibt innerhalb des von der SNB definierten Bereichs der Preisstabilität, der bei einer Teuerung von 0 bis 2 Prozent liegt. Auch die Konjunkturprognosen wurden bestätigt: Für 2026 erwartet die SNB ein BIP-Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent, für 2027 von rund 1,5 Prozent. Die Notenbank wies darauf hin, dass das außergewöhnlich starke zweite Quartal die zugrunde liegende Dynamik aufgrund des Chemie- und Pharmasektors überzeichnet habe. Die jüngste Abwertung des Frankens bezeichnete die SNB als stützend für die Wirtschaft und bekräftigte ihre Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Insgesamt zeigt die Stellungnahme einen leicht erhöhten Inflationsdruck, aber keine klare Notwendigkeit, vom aktuellen Leitzins von 0 Prozent abzuweichen. Die SNB bleibt in ihrer abwartenden Haltung und beobachtet die weitere Entwicklung der Energiepreise und des Frankens genau.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.