
Stand: 25.09.2026, 08:54 Uhr
Die UBS Switzerland AG hält an ihrer Einschätzung fest, dass die norwegische Krone (NOK) unter den G10-Währungen das attraktivste Carry-Profil bietet. Gestützt wird diese Sicht durch die hawkische Geldpolitik der Norges Bank und Norwegens Status als Netto-Energieexporteur. Die Schweizer Großbank bestätigte ihre Prognosen für den Wechselkurs des Euro zur Krone (EURNOK) mit 10,70, 10,60, 10,50 und 10,50 für die jeweiligen Quartalsenden bis September 2027.
Warum ist das wichtig?
Die norwegische Krone gilt als eine der wichtigsten Rohstoffwährungen und reagiert empfindlich auf Energiepreise sowie geldpolitische Entscheidungen. Für Anleger, die auf Zinsdifferenzen setzen (Carry Trades), ist die Krone derzeit besonders interessant, da die Norges Bank im September ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent angehoben hat. Die Zentralbank signalisierte, dass weitere Straffungen erforderlich sein könnten. UBS-Strategen Clémence Dumoncel und Constantin Bolz betonen, dass hohe Energiepreise – angetrieben durch anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten und steigende saisonale Nachfrage mit Beginn des Winters auf der Nordhalbkugel – Norwegen als Netto-Energieexporteur zusätzlich stützen. Die Bank erwartet, dass sowohl die Norges Bank als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen noch einmal anheben werden, wodurch das Zinsdifferenzniveau zwischen den beiden Währungen erhalten bliebe.
- Zinsvorteil: Der Leitzins in Norwegen liegt bei 4,50 Prozent, während die EZB ihren Einlagensatz zuletzt auf 4,00 Prozent anhob. Diese Differenz begünstigt Carry-Trades zugunsten der Krone.
- Energiepreise: Norwegen profitiert als einer der größten Erdgas- und Ölexporteure Europas von den aktuell hohen Energiepreisen. Die UBS sieht hier weiteres Aufwärtspotenzial für die Krone.
- Technische Marken: Die UBS identifiziert eine technische Unterstützung für EURNOK bei etwa 10,73 und wichtige Widerstandsniveaus nahe 11,30. Am Dienstag notierte das Paar bei 10,80.
- Risiken: Die Bank warnt, dass die Hauptrisiken für ihre Prognose in einem starken Rückgang der Energiepreise, einer Verschlechterung der globalen Risikostimmung oder einer hawkischeren Federal Reserve liegen, die zu einer erneuten Dollar-Stärke führen könnte.
Für wen ist die Meldung relevant?
Diese Analyse richtet sich an Devisenhändler und institutionelle Anleger, die Carry-Trade-Strategien in G10-Währungen verfolgen. Auch Unternehmen mit Währungsrisiken in norwegischen Kronen, etwa aus dem Energie- oder Schifffahrtssektor, sowie Portfoliomanager, die in skandinavische Anleihen investieren, sollten die Entwicklung beachten. Privatanleger, die in Devisenmärkten aktiv sind, können die Prognosen als Orientierung für ihre Handelsentscheidungen nutzen, sollten jedoch die genannten Risiken berücksichtigen.
Redaktionell neu eingeordnet auf Basis der Originalquelle. Keine Anlageberatung.