Stand: 25.09.2026, 08:51 Uhr

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins auf der jüngsten Sitzung unverändert belassen. Dies stützt laut einer Analyse der UBS Switzerland AG den US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken (USDCHF) durch die weiterhin breite Zinsdifferenz. Die UBS-Strategen Constantin Bolz und Clémence Dumoncel betonen jedoch, dass die Märkte die geldpolitische Straffung der US-Notenbank (Fed) derzeit zu restriktiv einschätzen.

Warum ist das wichtig?

Die SNB-Sitzung und die anschließende Kommunikation haben direkte Auswirkungen auf den Devisenmarkt. Der USDCHF-Wechselkurs ist ein wichtiger Indikator für Anleger, die in beiden Währungsräumen engagiert sind. Die Zinsdifferenz zwischen den USA und der Schweiz bestimmt maßgeblich die Attraktivität von Carry Trades, bei denen Anleger in Niedrigzinswährungen wie dem Franken Kredite aufnehmen, um in höher verzinsliche Anlagen zu investieren.

  • SNB-Entscheidung: Die SNB beließ den Leitzins unverändert und vermied einen zu restriktiven Ton. Die Inflation in der Schweiz stieg im August zwar von 0,4 % auf 0,8 % im Jahresvergleich, der inländische Preisdruck bleibt jedoch begrenzt.
  • Zinserwartungen: UBS-Ökonomen erwarten nun zwei SNB-Zinserhöhungen im März und Juni 2027. Damit verschiebt sich der Zeitpunkt der ersten Erhöhung von Mitte 2027 nach vorne.
  • Carry-Trade-Dynamik: Die günstige Zinsdifferenz (Carry) sollte laut UBS eine nachhaltige Aufwertung des Frankens bis zum Jahresende begrenzen. Die Rolle des Frankens als Finanzierungswährung hat zunehmend seinen Status als sicherer Hafen überlagert.
  • SNB-Interventionen: Die Bereitschaft der SNB, einer raschen Aufwertung entgegenzuwirken, hat das Risiko von Carry Trades in Franken reduziert. Gleichzeitig hat die japanische Notenbank (BoJ) mit ihrer Zinserhöhung und der Gefahr von Interventionen den Yen als Finanzierungswährung unattraktiver gemacht.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Analyse richtet sich an Devisenhändler, institutionelle Anleger und Unternehmen mit Währungsrisiken im USDCHF-Bereich. Auch Privatanleger, die in Dollar- oder Franken-Anlagen investiert sind, sollten die Entwicklung beachten.

Die UBS behält ihre Prognosen für USDCHF bei: 0,81 für Dezember und 0,79 für März. Die kurzfristigen Risiken sehen die Strategen jedoch nach oben gerichtet. Nach der SNB-Entscheidung und der zurückhaltenden Kommunikation könnte USDCHF in den kommenden Monaten erhöht bleiben und potenziell die Marken von 0,84 bis 0,85 testen. Mittelfristig erwarten die Analysten jedoch einen rückläufigen Trend, sobald die Unterstützung durch die Fed nachlässt und die SNB mit der Straffung beginnt.

Der erhebliche Zinsvorteil des Dollars bleibt ein Gegenwind für die Gesamtrendite von Franken-Anlagen. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, gestützt durch Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Allerdings könnte die Unsicherheit im Vorfeld der US-Zwischenwahlen die internationale Nachfrage nach Dollar-Anlagen dämpfen.

Die UBS nennt folgende technische Marken: Die erste Unterstützung für USDCHF liegt bei etwa 0,80, gefolgt von einem Niveau knapp unter 0,77. Der Widerstand befindet sich nahe 0,84 und bei 0,8580.

Redaktionell neu eingeordnet auf Basis der Originalquelle. Keine Anlageberatung.