Stand: 24.09.2026, 08:29 Uhr

Die Shelly Group, ein auf vernetzte Haushaltsgeräte spezialisiertes Unternehmen aus Bulgarien, hat am Donnerstag einen deutlichen Kurssprung verzeichnet. Auslöser ist ein geplantes Übernahmeangebot des französischen Energietechnikkonzerns Schneider Electric. Die Aktie stieg bis zum Vormittag um 3,2 Prozent auf 67,20 Euro und erreichte zwischenzeitlich 68,05 Euro. Damit notiert das Papier jedoch noch rund 4 Prozent unter dem gebotenen Preis von 70 Euro je Aktie.

Warum ist das wichtig?

Die geplante Übernahme ist ein bedeutender Schritt für die Shelly Group, die sich vom Hersteller smarter Geräte wie Sensoren und Steckdosen zu einer Softwareplattform für Energiemanagement entwickelt hat. Schneider Electric will mit dem Zukauf sein Geschäft mit Smart-Home-Lösungen ausbauen und die Technologie international skalieren. Die Offerte bewertet Shelly mit rund 1,2 Milliarden Euro und bietet den Aktionären eine Prämie von 22 bis 27 Prozent auf den jüngsten Referenzkurs. Die beiden Mitgründer, die zusammen rund 57 Prozent der Anteile halten, unterstützen das Vorhaben. Co-Chef Dimitar Dimitrov will seine Aktien andienen und einen Teil des Erlöses reinvestieren, während Mitgründer Svetlin Todorov seine Anteile in zwei Tranchen abgeben will. Der Verwaltungsrat hält die Offerte vorläufig für im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Aktionäre der Shelly Group: Sie profitieren von der Prämie, müssen aber die Bedingungen des Angebots beachten. Der Kursabstand zum Angebotspreis spiegelt Unsicherheiten wie die erforderliche Mindestannahmequote von 95 Prozent und behördliche Freigaben wider.
  • Anleger in Schneider Electric: Die Aktie des Käufers gab am Donnerstag um 1,3 Prozent nach, was auf ein schwächeres Marktumfeld zurückzuführen ist. Langfristig könnte der Zukauf das Wachstum im Smart-Home-Segment stärken.
  • Beobachter des SDax: Die Shelly Group ist im SDax gelistet. Ein erfolgreicher Abschluss der Übernahme würde zu einem Delisting führen, was den Index verändern könnte.
  • Mitarbeiter der Shelly Group: Die Vereinbarung sichert den Hauptsitz in Bulgarien, die Organisation und die Arbeitsplätze für mindestens drei Jahre nach Vollzug. Co-Chef Dimitrov soll weiterhin im Vorstand bleiben.

Einordnung für den Leser

Die Übernahme steht noch unter Vorbehalt. Das formelle Angebot muss bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC registriert werden, deren Genehmigung bis Ende November oder Anfang Dezember erwartet wird. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Schneider Electric strebt an, nach Vollzug mindestens 95 Prozent des Grundkapitals zu halten, um ein Delisting zu ermöglichen. Die Zusagen der Gründer könnten eine solide Basis für das Erreichen dieser Schwelle bieten. Anleger sollten die Entwicklung der Angebotsunterlage und die behördlichen Freigaben im Auge behalten. Die Meldung ist keine Anlageberatung, sondern eine sachliche Einordnung des aktuellen Geschehens.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.