Stand: 23.09.2026, 22:28 Uhr

Die USA und China haben sich darauf geeinigt, den in Busan (Südkorea) ausgehandelten Handelswaffenstillstand bis zum 10. Januar zu verlängern. Das gab US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch nach Gesprächen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng bekannt. Die Ankündigung fällt mit der Ankunft des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA zusammen, der zu einem Staatsbesuch und einem Gipfeltreffen mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus erwartet wird. Die Verlängerung verhindert zunächst eine Eskalation der Zollkonflikte, die ohne diese Einigung bereits im November gedroht hätte.

Warum ist das wichtig?

Der Handelswaffenstillstand von Busan, der im Oktober des Vorjahres zwischen Trump und Xi vereinbart wurde, sah vor, dass die USA ihren fentanylbezogenen Zoll auf chinesische Waren von 20 auf 10 Prozent senkten. Im Gegenzug setzte China Exportbeschränkungen für Seltene Erden, Gallium, Germanium, Antimon und Graphit aus und verpflichtete sich zu umfangreichen Sojabohnenkäufen. Die damalige Zollsenkung reduzierte die gesamte US-Zollbelastung für chinesische Güter von 57 auf 47 Prozent. Zudem wurden gegenseitige Ermittlungen in der Schifffahrtsindustrie und Hafenabgaben für ein Jahr ausgesetzt. Die nun vereinbarte Verlängerung um zwei Monate gibt beiden Seiten Zeit für weitere Verhandlungen, birgt aber auch Risiken: Die kurze Frist bedeutet, dass die Zollgefahr bereits zu Beginn des neuen Jahres zurückkehren könnte, was die Märkte nur begrenzt Spielraum für eine Entspannung der Risikoprämien lässt.

  • Entlastung für asiatische Vermögenswerte: Die Verlängerung nimmt kurzfristigen Druck von asiatischen Anlageklassen, insbesondere vom chinesischen Yuan und von China-sensitiven Währungen wie dem Australischen Dollar. Da die Verlängerung jedoch weitgehend erwartet wurde, liegt der Fokus nun auf dem Gipfeltreffen.
  • Größeres Abkommen in der Schwebe: Finanzminister Bessent betonte, dass die Gespräche darauf abzielten, ein umfassenderes Abkommen zu erreichen, anstatt nur eine Reihe kleinerer Maßnahmen. Die chinesische Seite hatte bereits am Sonntag ein breiteres Abkommen vorgeschlagen. Ob der Gipfel nun einen solchen Rahmen liefert oder lediglich eine Verlängerung des Status quo, wird entscheidend dafür sein, wie viel Handelsunsicherheit im neuen Jahr auf die Märkte zurückkommt.
  • Seltene Erden als Knackpunkt: Die USA sehen China bei der Einhaltung seiner Verpflichtungen zu den Exporten Seltener Erden als säumig an. Diese Frage bleibt ein zentraler Druckpunkt in den Verhandlungen. Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, ein bilaterales Handelsgremium zur Erleichterung des Handels mit Gütern ohne nationale Sicherheitsbedenken sei nun einsatzbereit.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Entwicklung ist besonders relevant für Anleger, die in asiatischen Märkten engagiert sind, sowie für Devisenhändler, die auf Währungen wie den Yuan, den Australischen Dollar oder den Neuseeländischen Dollar setzen. Auch Rohstoffinvestoren, insbesondere im Bereich Seltener Erden und Agrarrohstoffe wie Sojabohnen, sollten die weitere Entwicklung genau verfolgen. Darüber hinaus betrifft die Nachricht alle Marktteilnehmer, die sich mit geopolitischen Risiken und globalen Lieferketten befassen. Die kurze Verlängerung signalisiert, dass die Handelskonflikte zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt noch lange nicht gelöst sind und weiterhin für Volatilität sorgen können. Die Märkte werden nun gespannt auf die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen Trump und Xi blicken, das möglicherweise den Weg für weitere Treffen in Shenzhen und Miami ebnen könnte – Bessent zufolge könnten sich die beiden Staatschefs in diesem Jahr bis zu viermal treffen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.