Stand: 23.09.2026, 13:51 Uhr
Die US-Wirtschaft zeigt sich im September unerwartet stark. Der von S&P Global erhobene vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor stieg auf 58,7 Punkte, nach 56,8 im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Wert von 56,0 gerechnet. Auch der verarbeitende Sektor übertraf mit 57,0 Punkten die Erwartungen (53,6) deutlich. Der zusammengefasste Composite-Index erreichte 58,4 Zähler – der höchste Stand seit mehr als fünf Jahren, wenn man die pandemiebedingten Sondereffekte ausklammert.
Warum ist das wichtig?
Die aktuellen PMI-Daten signalisieren ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum in den USA. Historische Vergleiche deuten laut S&P Global auf eine annualisierte Wachstumsrate von rund fünf Prozent hin. Für die US-Notenbank Fed ist diese Entwicklung ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bestätigt sie die Robustheit der Konjunktur, andererseits verschärft sie den Inflationsdruck. Die Inputkosten stiegen im September so stark wie seit Oktober 2022 nicht mehr, was vor allem auf höhere Energie- und Transportkosten zurückzuführen ist. Gleichzeitig nehmen die Lieferkettenengpässe wieder zu – die längsten Lieferzeiten seit Juli 2022 wurden gemeldet. Die Auftragsbestände wuchsen so schnell wie seit Mai 2022 nicht mehr, obwohl die Beschäftigung den stärksten Anstieg seit Juni 2022 verzeichnete. Dies deutet auf eine Überhitzung der Wirtschaft hin, die die Fed zu weiteren Zinserhöhungen zwingen könnte. Die Märkte preisen bereits eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober ein, und die Erwartung von vier weiteren Schritten bis Jahresende hat sich verfestigt. Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen erreichten neue 19-Jahres-Hochs.
- Dienstleistungs-PMI: 58,7 (Erwartung: 56,0; Vormonat: 56,8)
- Industrie-PMI: 57,0 (Erwartung: 53,6; Vormonat: 53,2)
- Composite-PMI: 58,4 (Vormonat: 56,0)
- Beschäftigung: Stärkster Anstieg seit Juni 2022
- Inputkosten: Höchster Anstieg seit Oktober 2022
Für wen ist die Meldung relevant?
Die aktuellen PMI-Zahlen sind für alle Marktteilnehmer von Bedeutung, die auf Konjunkturdaten und geldpolitische Signale achten. Anleger in US-Aktienindizes wie dem S&P 500 oder dem Nasdaq 100 sollten die Entwicklung im Auge behalten, da steigende Zinsen die Bewertungen insbesondere von Wachstumswerten belasten können. Für Trader an den Devisenmärkten ist der US-Dollar im Fokus: Eine hawkishere Fed würde den Greenback weiter stützen. Auch Rohstoffanleger, insbesondere im Ölsektor, sollten die Daten beachten, da die gestiegenen Inputkosten und Lieferkettenprobleme die Preise zusätzlich treiben könnten. Generell gilt: Die Meldung unterstreicht das Spannungsfeld zwischen starkem Wachstum und steigendem Inflationsdruck – ein Umfeld, das für erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten sorgen dürfte.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.