
Stand: 24.09.2026, 16:27 Uhr
Die USA und der Iran führen nach Informationen von Reuters Gespräche über eine schrittweise Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Aufhebung der US-Wirtschaftsblockade. Ein hochrangiger iranischer Beamter erklärte, der plausibelste Weg aus der Sackgasse sei ein stufenweises Abkommen: Iran würde die Durchfahrt durch die Meerenge erlauben, im Gegenzug lockern die USA die Blockade und geben möglicherweise eingefrorene Vermögenswerte Teherans frei. Die Golfstaaten lehnen eine iranische Kontrolle der strategisch wichtigen Wasserstraße jedoch strikt ab. Iran signalisiert Flexibilität bei Gebühren, nicht aber bei der Hoheit über die Straße von Hormus. Beide Seiten wollen ihre Verhandlungsmacht nicht vorzeitig aufgeben.
Warum ist das wichtig?
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engpässe für den globalen Öltransport. Rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls passieren diese Meerenge. Jede Störung der Durchfahrt treibt die Ölpreise in die Höhe und belastet die Weltwirtschaft. Ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran könnte die Versorgungssicherheit erhöhen und die Risikoprämie am Ölmarkt senken. Die entscheidende Frage ist jedoch die Reihenfolge der Schritte: Iran will Erleichterungen, sobald Schiffe wieder passieren können; die USA wollen zuerst die freie Durchfahrt sicherstellen. Solange diese Reihenfolge nicht geklärt ist, bleiben die Gespräche ein Vorschlag, kein Durchbruch. Die Ablehnung der Golfstaaten gegen iranische Kontrolle erschwert eine Einigung zusätzlich.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Anleger in Rohstoffmärkten: Der Ölpreis reagierte sofort mit einem deutlichen Rückgang von rund 96,70 US-Dollar auf 94,55 US-Dollar pro Barrel. Ein weiterer Kursrutsch in Richtung 92,70 bis 93,81 US-Dollar ist möglich, falls die Gespräche Fortschritte signalisieren. Hält die Unterstützung, könnten Käufer wieder einsteigen.
- Anleger in Anleihen und Devisen: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel von ihren Höchstständen auf 5,139 Prozent, die zweijährige Rendite auf 4,88 Prozent. Der US-Dollar gab ebenfalls nach. Sinkende Ölpreise dämpfen Inflationserwartungen und könnten die Zinswende der Fed beeinflussen.
- Aktienanleger: Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten ließ die US-Aktienmärkte von ihren Tagestiefs erholen. Der S&P 500 notierte nur noch 0,08 Prozent im Minus, der Nasdaq 0,24 Prozent. Eine dauerhafte Einigung könnte die Risikobereitschaft an den Börsen weiter stützen.
- Schifffahrts- und Logistikbranche: Eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde die Passage für Tanker erleichtern und Versicherungsprämien sowie Transportkosten senken. Die Golfstaaten fordern jedoch klare Regeln, die eine iranische Kontrolle ausschließen.
Für Händler bietet der Bericht einen möglichen Weg zu verlässlicheren Energielieferungen, aber es bleibt ein Vorschlag, kein Abkommen. Solange nicht klar ist, wie die Durchfahrt ohne iranische Kontrolle funktionieren soll, werden Schlagzeilen über Fortschritte den Ölpreis bewegen – die konkreten Schifffahrtsregelungen sind jedoch entscheidender. Die nächste wichtige Unterstützung für Rohöl liegt zwischen 92,70 und 93,81 US-Dollar, mit dem 50-Prozent-Retracement des Anstiegs seit dem 26. August bei 93,22 US-Dollar. Ein Bruch dieser Zone würde den Weg für weitere Verluste öffnen, ein Halten der Unterstützung könnte die Käufer zurückbringen.
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