Stand: 24.09.2026, 13:43 Uhr

Der Wechselkurs des USDCHF ist am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Mai 2025 gestiegen. Auslöser war die geldpolitische Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die ihren Leitzins wie erwartet bei 0,0 % beließ. Gleichzeitig signalisierte die SNB eine geringere Bereitschaft zur Intervention am Devisenmarkt, was den Schweizer Franken zusätzlich schwächte. Die Kombination aus einer weiterhin lockeren Schweizer Geldpolitik und der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA treibt das Währungspaar an.

Warum ist das wichtig?

Der USDCHF ist ein wichtiger Indikator für die relative Stärke von US-Dollar und Schweizer Franken. Die SNB-Entscheidung zeigt, dass die Schweizer Notenbank vorerst keinen Grund sieht, ihre expansive Geldpolitik zu straffen. Die Inflation in der Schweiz bleibt mit prognostizierten 0,8 % für 2027 und 2028 sehr niedrig, sodass die SNB keinen Handlungsdruck verspürt. Im Gegensatz dazu hat die US-Notenbank Fed die Tür für weitere Zinserhöhungen offen gelassen, was US-Anleihen attraktiver macht und den Dollar stützt. Für Anleger bedeutet dies: Die Zinsdifferenz zwischen den USA und der Schweiz dürfte vorerst bestehen bleiben oder sich sogar vergrößern, was den USDCHF weiter nach oben treiben könnte.

Die Änderung der SNB-Kommunikation zum Schweizer Franken ist besonders bemerkenswert. Im Juni hatte die SNB noch von einer „erhöhten Bereitschaft“ zur Intervention gesprochen. Nun heißt es nur noch, man sei „bereit, bei Bedarf aktiv zu werden“. Dies signalisiert, dass die SNB die Stärke des Frankens derzeit als weniger problematisch ansieht. Der Franken gab nach der Entscheidung nach – der EURCHF stieg von rund 0,9380 auf 0,9420. Dies zeigt, dass der Markt die neue Haltung als weniger interventionsfreudig interpretiert.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Devisenhändler und Forex-Trader: Sie können die technischen und fundamentalen Signale nutzen, um ihre Positionen im USDCHF auszurichten. Die Unterstützungszone zwischen 0,81706 und 0,82148 hat sich als robust erwiesen. Ein Ausbruch über 0,8348 (Mai-Hoch) würde den Aufwärtstrend bestätigen.
  • Anleger mit CHF-Exposure: Wer in Schweizer Franken investiert ist oder Zahlungen in CHF erwartet, sollte die Abwertung des Frankens beachten. Dies betrifft insbesondere Exporteure, die ihre Produkte im Ausland verkaufen, sowie Tourismusunternehmen, die auf ausländische Gäste angewiesen sind.
  • Portfoliomanager: Die unterschiedliche Geldpolitik von SNB und Fed beeinflusst die Attraktivität von Anleihen und anderen zins sensitiven Anlagen. Höhere US-Renditen könnten Kapital aus der Schweiz abziehen.
  • Privatanleger: Wer in USD-Anlagen investiert ist, profitiert von der Dollarstärke. Allerdings sollten Wechselkursrisiken nicht unterschätzt werden – insbesondere bei längerfristigen Engagements.

Technisch betrachtet hat der USDCHF am Montag und Dienstag eine wichtige Unterstützungszone zwischen 0,81706 und 0,82148 getestet. Diese Zone wird durch das 38,2 %-Fibonacci-Retracement des Abwärtstrends von Januar 2025 bis Januar 2026 bei 0,82116 verstärkt. Die Käufer haben diese Zone erfolgreich verteidigt, und ein starker Anstieg der US-Renditen am Dienstag half dem Paar, über 0,82148 auszubrechen. Am Mittwoch folgte der Ausbruch über die September-Hochs bei 0,8265. Das nächste Ziel liegt nun beim Mai-Hoch 2025 bei 0,8348. Ein nachhaltiger Anstieg darüber würde das 50 %-Retracement in den Fokus rücken. Auf der Unterseite wäre ein Rückfall unter 0,82116 ein erstes Warnsignal, ein Fall unter 0,81706 ein ernsteres Zeichen für eine Trendwende.

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