Stand: 24.09.2026, 05:44 Uhr

Viele Eltern möchten ihren Kindern einen finanziellen Start ins Erwachsenenleben ermöglichen. Doch oft bleibt ein entscheidender Hebel ungenutzt: die steuerliche Optimierung. Wer das Vermögen auf den Namen des Kindes überträgt, kann Steuervorteile in Höhe von mehreren tausend Euro über 18 Jahre realisieren. Dieser Artikel zeigt, wie Eltern das Maximum aus Steuern und Automatisierung herausholen.

Warum ist das wichtig?

In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Jeder Sparer hat einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Bei vielen Eltern ist dieser Freibetrag durch das eigene Depot bereits ausgeschöpft. Sparen sie für die Kinder auf den eigenen Namen, werden die Erträge sofort besteuert – das schmälert den Zinseszinseffekt erheblich.

Ein Kind gilt steuerlich als eigenständige Person. Es hat Anspruch auf den eigenen Sparer-Pauschbetrag und, sofern kein nennenswertes Einkommen vorliegt, auf den Grundfreibetrag von aktuell über 12.348 Euro (Stand 2026). Wer das Vermögen rechtlich sauber auf das Kind überträgt, kann Kapitalerträge in erheblichem Umfang steuerfrei vereinnahmen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro über 18 Jahre und einer durchschnittlichen Rendite von 6 Prozent pro Jahr ergibt sich ein Endvermögen von rund 38.800 Euro. Davon entfallen etwa 17.200 Euro auf Kapitalerträge. Werden diese Erträge im Depot der Eltern erzielt und ist der Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft, fällt Abgeltungsteuer an. Der Steuervorteil durch das Kinderdepot kann über 18 Jahre 2.000 bis 4.000 Euro betragen – ohne dass Eltern einen Euro mehr einzahlen.

Allerdings sollten Eltern die BAföG-Grenze im Blick behalten: Für Auszubildende unter 30 Jahren liegt der Vermögensfreibetrag bei 15.000 Euro. Überschreitet das Depotguthaben diese Grenze, muss das Kind den überschüssigen Teil für die Ausbildung aufbrauchen.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Eltern, die für ihre Kinder langfristig Vermögen aufbauen möchten und Steuervorteile nutzen wollen.
  • Anleger, die bereits ein eigenes Depot haben und deren Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist.
  • Familien, die Wert auf eine automatisierte und zeitsparende Lösung legen, etwa durch Robo-Advisor.
  • Alle, die sich über die bürokratischen Hürden bei der Eröffnung eines Kinderdepots informieren möchten.

Die praktische Umsetzung scheitert oft an bürokratischen Hürden: Für die Eröffnung eines Kinderdepots benötigen Eltern die Geburtsurkunde, die Steuer-ID des Kindes, Ausweise beider Erziehungsberechtigter und ggf. einen Sorgerechtsnachweis. Zudem müssen sie regelmäßig Rebalancing durchführen und bei Erträgen über 1.000 Euro eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung beim Finanzamt beantragen.

Moderne Robo-Advisor wie OSKAR bieten hier eine Brücke: Sie führen das Depot rechtlich auf das Kind, übernehmen die automatisierte Anlagestrategie, das Rebalancing und die steuerliche Transparenz. Eltern behalten die administrative Kontrolle über eine App. Die Kosten liegen bei etwa 0,5 bis 1,0 Prozent pro Jahr zusätzlich zu den ETF-Gebühren. Für disziplinierte Anleger mit Finanzwissen ist der DIY-Ansatz günstiger, aber der Robo-Advisor vermeidet emotionale Fehlentscheidungen und spart Zeit.

Fazit: Der Vermögensaufbau für Kinder ist ein 18-jähriger Marathon. Wer die Steuervorteile nutzt und auf Automatisierung setzt, kann die Nettorendite nach Steuern und Inflation maximieren. Am Ende zählt die Freiheit, die das Kind zum 18. Geburtstag erhält.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.