Stand: 24.09.2026, 06:37 Uhr

Heute stehen mehrere richtungweisende Termine auf der Agenda, die Anleger in Europa und den USA gleichermaßen beschäftigen. Im Fokus der europäischen Sitzung steht der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie der ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland. Am Nachmittag rücken die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und ein Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in den Mittelpunkt. Hinzu kommen zahlreiche Reden von Notenbankvertretern der Fed, der Bank of England und der EZB.

Warum ist das wichtig?

Die heutigen Ereignisse geben wichtige Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung der SNB, die konjunkturelle Lage in Deutschland und die Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zudem könnte das Treffen zwischen Trump und Xi die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt beeinflussen. Für Anleger sind diese Signale entscheidend, um ihre Portfolios auf mögliche Kursbewegungen bei Währungen, Anleihen und Aktien vorzubereiten.

Die Ereignisse im Einzelnen

  • SNB-Zinsentscheid (09:30 Uhr MEZ): Die Schweizerische Nationalbank wird voraussichtlich den Leitzins unverändert bei 0,00 % belassen. Die Aufmerksamkeit gilt daher den aktualisierten Inflationsprognosen, der Bewertung des Ölpreisschocks, der Sprache zur Franken-Intervention sowie dem Ausblick für 2027. Die Inflation ist zuletzt überraschend gestiegen, was jedoch vor allem auf die Energiepreise zurückzuführen ist (Erdölprodukte +25,2 % im Jahresvergleich). Ohne diese Komponente liegt die Teuerung bei nur rund 0,3 %, was darauf hindeutet, dass es noch keine Zweitrundeneffekte gibt. Die SNB dürfte daher ihre kurzfristigen Inflationsprognosen anheben, den mittelfristigen Ausblick aber kaum verändern. Die Sprache zur Franken-Intervention könnte angesichts der deutlichen Abwertung des Frankens in den letzten Monaten weiter abgeschwächt werden, was dem Franken kurzfristig Auftrieb geben könnte, den Trend aber nicht nachhaltig ändern dürfte.
  • ifo-Geschäftsklimaindex (10:00 Uhr MEZ): Der ifo-Index wird voraussichtlich leicht auf 89,0 Punkte steigen, nach 88,8 im Vormonat. Der Index korreliert stark mit dem deutschen Composite-PMI, auch wenn es gelegentlich Abweichungen gibt. Da die Daten keine unmittelbaren Auswirkungen auf die EZB-Politik haben, dürfte die Marktreaktion begrenzt sein.
  • US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (14:30 Uhr MEZ): Die Erstanträge werden bei 201.000 erwartet, nach 196.000 in der Vorwoche. Die fortgesetzten Anträge sollen bei 1.740.000 liegen, nach 1.730.000. Auch hier ist die Marktreaktion voraussichtlich verhalten, da die Daten die Fed in ihrer aktuellen Haltung nicht beeinflussen dürften. Nur ein deutlicher Anstieg der Erstanträge könnte kurzfristig für Bewegung sorgen, wenn er als „Wachstumssignal“ interpretiert wird.
  • Trump-Xi-Treffen: Von dem Treffen werden keine großen Durchbrüche erwartet. Die USA und China haben bereits vereinbart, den aktuellen Handelsstillstand vom 10. November auf den 10. Januar 2027 zu verlängern. Finanzminister Bessent erklärte, die zusätzliche Zeit solle Verhandlungen über ein möglicherweise umfassenderes Abkommen ermöglichen.
  • Notenbank-Reden: Im Laufe des Tages äußern sich mehrere Vertreter der Fed, der Bank of England und der EZB. Besonders beachtet werden die Aussagen von Fed-Vertretern wie Williams (neutral, stimmberechtigt), Barkin (neutral, nicht stimmberechtigt), Hammack (hawkish, stimmberechtigt) und Paulson (neutral, stimmberechtigt). Von der BoE sprechen Dhingra (dovish, stimmberechtigt), Breeden (neutral, stimmberechtigt) und Lombardelli (neutral, stimmberechtigt). Diese Reden könnten Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die heutigen Ereignisse sind vor allem für Devisenhändler, Anleiheinvestoren und Aktienanleger von Bedeutung, die auf Impulse aus der Geldpolitik und der Konjunktur achten. Besonders der SNB-Entscheid und die US-Arbeitsmarktdaten könnten kurzfristige Handelschancen bieten. Auch Anleger mit Engagements in Schweizer Franken, US-Dollar oder deutschen Aktien sollten die Entwicklungen im Auge behalten. Die Reden der Notenbanker liefern zudem wichtige Signale für die zukünftige Zinsentwicklung in den USA und Großbritannien.

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