Stand: 25.09.2026, 00:00 Uhr

Am 25. und 26. September stehen mehrere wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, die Anlegern und Händlern Orientierung bieten. Im Mittelpunkt stehen die deutsche GfK-Konsumstimmung für Oktober, die US-Auftragseingänge langlebiger Güter im August sowie die endgültigen Werte der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen und zur Inflationserwartung in den USA. Diese Daten geben Aufschluss über die wirtschaftliche Lage in den beiden größten Volkswirtschaften der Welt und können kurzfristige Impulse für Devisenmärkte, insbesondere für EUR/USD, liefern.

Warum ist das wichtig?

Die Veröffentlichungen fallen in eine Phase erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten. Die US-Notenbank hat zuletzt eine restriktive Geldpolitik signalisiert, während die Europäische Zentralbank vor ähnlichen Herausforderungen steht. Die Daten helfen dabei, die konjunkturelle Dynamik einzuschätzen:

  • GfK-Konsumklima Deutschland (Oktober): Der Indikator gilt als Frühwarnsignal für die private Konsumnachfrage in der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Ein weiterer Rückgang würde die Sorgen vor einer anhaltenden Konsumflaute verstärken, die bereits durch hohe Inflation und schwaches Wirtschaftswachstum belastet ist.
  • EZB Geldmenge M3 (August): Die Jahreswachstumsrate der Geldmenge M3 gibt Hinweise auf die Liquiditätslage im Euroraum und die künftige Inflationsentwicklung. Ein Anstieg könnte die Inflationssorgen neu entfachen, ein Rückgang auf eine nachlassende Konjunktur hindeuten.
  • US-Auftragseingänge langlebiger Güter (August): Dieser Indikator ist ein wichtiger Gradmesser für die Investitionsbereitschaft der US-Unternehmen. Ein Rückgang um 0,5 Prozent (Konsens) nach einem Plus von 1,1 Prozent im Vormonat würde auf eine Abkühlung der Industrie hindeuten. Besonders die Kernrate ohne Transportsektor (erwartet +0,4 Prozent) ist für die Einschätzung der zugrunde liegenden Nachfrage relevant.
  • University of Michigan Verbrauchervertrauen (September, endgültig): Der endgültige Wert wird mit 47,8 Punkten erwartet, leicht unter dem vorläufigen Wert. Die Inflationserwartung der Verbraucher für ein Jahr (4,6 Prozent) bleibt ein wichtiger Indikator für die Preiserwartungen und damit für die Geldpolitik der Fed.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Daten sind besonders relevant für:

  • Devisenhändler und Forex-Investoren: Die Veröffentlichungen können zu erhöhter Volatilität in den Währungspaaren EUR/USD, GBP/USD und USD/JPY führen. Ein schwächer als erwartet ausfallender US-Datensatz könnte den Dollar belasten, während starke Zahlen die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der Fed stützen.
  • Anleger in Aktien und Anleihen: Die Daten liefern Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung in den USA und Europa. Ein schwaches Konsumklima oder rückläufige Auftragseingänge könnten die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten dämpfen, während positive Überraschungen die Kurse stützen könnten. Für Anleiheinvestoren sind die Inflationserwartungen und die Geldmengenentwicklung von Bedeutung.
  • Wirtschaftsanalysten und Strategen: Die Zahlen dienen als Grundlage für Konjunkturprognosen und geldpolitische Erwartungen. Insbesondere die US-Daten werden von der Fed im Vorfeld ihrer Zinsentscheidungen genau beobachtet.

Fazit: Die anstehenden Wirtschaftsdaten bieten eine Momentaufnahme der konjunkturellen Lage in den USA und der Eurozone. Angesichts der aktuellen geldpolitischen Unsicherheit und der globalen Risiken (Handelskonflikte, Energiepreise) sollten Anleger die Veröffentlichungen genau verfolgen, um ihre Positionierung anzupassen. Eine negative Überraschung bei den US-Auftragseingängen könnte die jüngste Dollarstärke infrage stellen, während ein stabiler deutscher Konsumindikator dem Euro kurzfristig Auftrieb verleihen könnte.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.