
Stand: 24.09.2026, 10:15 Uhr
Die Bank of America hat ihre Prognose für das Währungspaar EUR/USD aktualisiert und rechnet nun damit, dass der Euro bis zum Jahresende auf 1,15 US-Dollar fällt. Diese Einschätzung basiert auf der Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre Geldpolitik weiterhin straff halten wird, während die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der schwachen Konjunktur im Euroraum möglicherweise zu einer lockereren Gangart übergeht. Die Prognose liegt unter dem aktuellen Niveau von rund 1,18 US-Dollar und signalisiert eine Abwertung des Euro um etwa 2,5 Prozent.
Warum ist das wichtig?
Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar ist einer der wichtigsten Indikatoren für die globalen Finanzmärkte. Er beeinflusst nicht nur den internationalen Handel, sondern auch die Bewertung von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Eine Verschiebung auf 1,15 hätte weitreichende Folgen:
- Exporteure und Importeure: Deutsche und europäische Unternehmen, die in den USA verkaufen, würden von einem schwächeren Euro profitieren, da ihre Produkte günstiger werden. Umgekehrt verteuern sich Importe aus den USA, was die Inflation im Euroraum anheizen könnte.
- Anleger in US-Aktien: Für europäische Anleger, die in US-Aktien investiert sind, würde ein fallender Euro die Rendite in Heimatwährung schmälern, da die Gewinne in Dollar weniger wert sind.
- Rohstoffpreise: Da Rohstoffe wie Öl in Dollar gehandelt werden, würde ein schwächerer Euro die Kosten für Energie und Rohstoffe in Europa erhöhen, was die Wettbewerbsfähigkeit belastet.
- Zinsdifferenz: Die Prognose spiegelt die Erwartung wider, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält als die EZB. Dies macht Dollar-Anlagen attraktiver und drückt den Euro.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die Einschätzung der Bank of America ist besonders wichtig für:
- Devisenhändler und Spekulanten: Sie können auf Basis dieser Prognose Positionen aufbauen, etwa durch den Verkauf von Euro gegen Dollar. Allerdings ist Vorsicht geboten, da Prognosen oft von Marktentwicklungen überholt werden.
- Unternehmen mit internationalen Geschäften: Firmen, die in Dollar fakturieren oder Lieferketten in den USA haben, sollten ihre Währungsrisiken absichern, etwa durch Devisentermingeschäfte.
- Privatanleger mit Auslandsinvestments: Wer in US-ETFs oder amerikanische Aktien investiert ist, sollte die Wechselkursentwicklung im Auge behalten, da sie die Rendite beeinflusst.
- Touristen und Reisende: Ein schwächerer Euro macht Reisen in die USA teurer, während Urlaub in Europa für Amerikaner günstiger wird.
Die Prognose der Bank of America ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Markteinschätzung. Anleger sollten die Entwicklung der Zinsentscheidungen von Fed und EZB sowie die Konjunkturdaten beider Währungsräume genau verfolgen, da diese den Wechselkurs kurzfristig stark bewegen können. Die Meldung unterstreicht, dass der Devisenmarkt weiterhin von geldpolitischen Differenzen geprägt ist, was für Unsicherheit sorgt.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.