Stand: 24.09.2026, 10:15 Uhr

Der bekannte Investor Michael Burry, der durch seine erfolgreiche Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 berühmt wurde, hat seine Short-Position auf den Speicherchip-Hersteller Micron Technology weiter ausgebaut. Dies teilte Burry, Gründer von Scion Asset Management, auf seinem Substack-Kanal mit. Die Aktie von Micron notiert weiterhin über der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 US-Dollar, obwohl sie zuletzt leichte Verluste verzeichnete.

Warum ist das wichtig?

Burrys Schritt signalisiert eine wachsende Skepsis gegenüber der aktuellen Bewertung von Micron und der gesamten Speicherchip-Branche. Er begründet seine Wette mit einem sogenannten Memory-Supply-Case: Die Speicherpreise seien aus seiner Sicht überhöht und könnten bald deutlich fallen. Als Beleg führt er Warnungen des Acer-Chefs Jason Chen an, der auf steigende Lagerbestände bei älteren Speichergenerationen und eine zunehmende, günstigere Konkurrenz aus China hinweist. Dies könnte den Preisdruck auf Micron und andere Hersteller erhöhen. Zudem warnt Burry vor einer gefährlichen Konzentration des NASDAQ 100 auf wenige KI-Werte und erwartet eine Kapitalrotation aus Halbleiterwerten heraus. Für Anleger ist dies relevant, da es die Risiken in einem stark gelaufenen Sektor verdeutlicht. Micron selbst hat zuletzt ein Rekordquartal vorgelegt: Im dritten Fiskalquartal 2026 stieg der Umsatz um 346 Prozent auf 41,46 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn erreichte 28,24 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen investiert zudem massiv in Forschung und Entwicklung, unter anderem mit 10 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre in die Micron Research Labs. Dennoch bleibt die Frage, ob die hohen Wachstumsraten angesichts möglicher Überkapazitäten und sinkender Preise nachhaltig sind.

  • Burrys Short-Wette: Michael Burry hat seine Short-Position auf Micron Technology weiter erhöht. Er erwartet fallende Speicherpreise nach einer Phase überhöhter Preise und verweist auf steigende Lagerbestände und chinesische Konkurrenz.
  • Marktlage: Die Micron-Aktie notiert weiterhin über 1.000 US-Dollar, hat aber zuletzt leichte Verluste erlitten. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus rund 276 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 583 Prozent.
  • Analystenmeinungen: Trotz Burrys Pessimismus bleiben die meisten Analysten optimistisch. Von 29 erfassten Analysten empfehlen 28 die Aktie zum Kauf, nur einer rät zu Halten. Das mittlere Kursziel liegt bei 1.557 US-Dollar, die Spanne reicht von 1.100 bis 2.200 US-Dollar.
  • Unternehmenszahlen: Micron erzielte im dritten Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 28,24 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow betrug 25,39 Milliarden US-Dollar. DRAM trug 76 Prozent zum Umsatz bei, NAND 24 Prozent.
  • Ausblick: Für das vierte Fiskalquartal stellte Micron einen Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar und eine Bruttomarge von rund 86 Prozent in Aussicht. Das Unternehmen treibt zudem die Produktion von HBM4-12-High-Speicher voran.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Meldung ist besonders relevant für Anleger, die in Micron oder andere Speicherchip-Aktien investiert sind oder einen Einstieg erwägen. Sie richtet sich an alle, die die Risiken in einem stark gelaufenen Sektor verstehen möchten, insbesondere im Hinblick auf mögliche Überkapazitäten und Preisdruck. Auch für Anleger, die sich für die Strategien prominenter Investoren wie Michael Burry interessieren, bietet die Nachricht wertvolle Einblicke. Darüber hinaus ist sie für Marktbeobachter relevant, die die Entwicklung der Halbleiterbranche und deren Einfluss auf den Gesamtmarkt verfolgen. Die gegensätzlichen Positionen von Burry und den Analysten verdeutlichen die Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung bei Speicherchips und die Bewertung von Micron. Anleger sollten diese Informationen im Kontext ihrer eigenen Anlagestrategie und Risikobereitschaft bewerten.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.