Stand: 24.09.2026, 22:43 Uhr

Die Kryptobörse Bitget ist Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Unbekannte Täter haben am 24. September um 18:31 UTC digitale Vermögenswerte im Wert von rund 351,6 Millionen US-Dollar aus den sogenannten Hot- und Warm-Wallets der Plattform abgezogen. Es könnte sich um den größten Krypto-Raub des Jahres 2026 handeln. Bitget-CEO Gracy Chen bestätigte den Vorfall und betonte, dass die Cold Wallets, die offline gespeichert sind, nicht betroffen seien. Dennoch hat die Börse sämtliche Auszahlungen für alle Nutzer vorerst gestoppt, während eine Sicherheitsüberprüfung läuft. Einzahlungen und der Handel laufen dagegen weiter.

Warum ist das wichtig?

Der Angriff auf Bitget ist nicht nur aufgrund der enormen Schadenssumme von Bedeutung. Er zeigt erneut, wie verwundbar zentrale Kryptobörsen sind, wenn es um die Sicherheit von Online-Wallets geht. Bitget selbst versichert, dass der Verlust durch einen „User Protection Fund“ in Höhe von über 464 Millionen Dollar gedeckt sei. Allerdings wurde die Zusammensetzung dieses Fonds bislang nicht unabhängig geprüft. Die entscheidende Frage für Anleger ist daher nicht nur, ob das Geld zurückkommt, sondern vor allem, wie schnell die Auszahlungen wieder freigegeben werden. Je länger der Stopp andauert, desto größer wird das Misstrauen – nicht nur gegenüber Bitget, sondern gegenüber zentralen Börsen insgesamt. Der Vorfall könnte das Vertrauen in die gesamte Branche erschüttern, insbesondere nachdem der September bereits mit anderen Hacks Rekordverluste verzeichnet hatte. Laut Berechnungen von CryptoSlate könnten die Gesamtverluste durch Krypto-Hacks im September 2026 auf über 684 Millionen Dollar steigen – der höchste Monatswert des Jahres.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Bitget-Nutzer: Wer aktuell Gelder auf der Plattform hält, kann nicht abheben. Die Unsicherheit ist groß, ob und wann die Auszahlungen wieder aufgenommen werden. Ein genauer Blick auf den angekündigten Incident Report innerhalb der nächsten 24 Stunden ist dringend zu empfehlen.
  • Krypto-Investoren allgemein: Der Hack zeigt, dass selbst große Börsen nicht immun gegen Angriffe sind. Wer Coins auf zentralen Plattformen liegen lässt, geht ein Sicherheitsrisiko ein. Die Ereignisse könnten die Debatte um Self-Custody und dezentrale Lösungen neu anheizen.
  • Trader und Marktbeobachter: Der Bitget-eigene Token BGB fiel nach Bekanntwerden des Hacks um rund fünf Prozent. Der breitere Kryptomarkt legte dagegen in der vergangenen Woche um fast zehn Prozent zu. Das deutet darauf hin, dass Händler den Vorfall bislang als isoliertes Problem von Bitget betrachten – und nicht als systemische Krise. Sollten die Auszahlungen jedoch länger eingefroren bleiben, könnte sich das schnell ändern.
  • Sicherheitsexperten und Analysten: Die Angriffsmethode ist noch unbekannt. Bitget hat Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet und verspricht einen detaillierten Bericht. Die Spur der gestohlenen Gelder wird genau verfolgt: Auffällig war, dass die Täter Stablecoins wie USDT in Ether umtauschten – offenbar, um eine Einfrierung durch den Emittenten zu umgehen. Sollten die Gelder in Privatsphäre-Tools wie Tornado Cash verschoben werden, wird eine Rückholung nahezu unmöglich.

Bis zur Vorlage des vollständigen Untersuchungsberichts sollten Anleger keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob Bitget seine Versprechen einhalten kann und das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnt. Der Fall ist eine ernste Mahnung, dass Sicherheit bei Krypto-Investments oberste Priorität haben muss – und dass die Verwahrung von Coins auf Börsen immer mit einem Restrisiko verbunden ist.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.