Stand: 24.09.2026, 22:14 Uhr
Die chinesischen Märkte bleiben am Freitag, den 25. September, wegen des Mittherbstfestes geschlossen. Nach einer Wiedereröffnung am Montag folgt bereits am 1. Oktober die einwöchige Pause zum Nationalfeiertag. Diese Unterbrechungen sind zwar kalendarisch bekannt, doch ihr Einfluss auf die asiatische Handelsliquidität hat mit der wachsenden Bedeutung Chinas für die globalen Finanzmärkte deutlich zugenommen. Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt pausiert, fehlen nicht nur Unternehmensabsicherungen und Handelsströme, sondern auch ein erheblicher Teil der spekulativen Aktivität. Die asiatische Sitzung wird spürbar dünner.
Warum ist das wichtig?
Die Abwesenheit Chinas trifft auf ein ohnehin angespanntes Marktumfeld. Die Ölpreise schwanken aufgrund geopolitischer Entwicklungen im Nahen Osten, die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegen sich auf dem höchsten Niveau seit 2007, und die australische Notenbank (RBA) wird für Dienstag mit einer Zinserhöhung erwartet. In dieser Gemengelage können einzelne Nachrichten zu überdurchschnittlichen Kursausschlägen führen, weil die Markttiefe fehlt, um abrupte Bewegungen abzufedern.
- Australischer Dollar (AUD): Der AUD gilt als Proxy-Währung für die chinesische Konjunktur. Fehlt der Onshore-Handel, verliert der AUD seinen wichtigsten Anker und reagiert stärker auf Ölpreise, US-Renditen und RBA-Signale. Die Schließung der Dalianer Eisenerz-Futures verlagert die Preisbildung auf den dünneren Singapur-Kontrakt, was die AUD-Volatilität zusätzlich erhöht.
- Gold: Die Shanghai Gold Exchange ist geschlossen. Damit fällt ein bedeutender Nachfrager aus Asien aus – sowohl physische Käufe als auch spekulative Positionen. Goldpreise werden in dieser Phase stärker von US-Renditen und dem Dollar bestimmt.
- Asiatische Aktienmärkte: Geringere Volumina und größere Spreads sind die Folge. Einzelne Schlagzeilen können zu überhöhten Reaktionen führen. Händler bauen oft vor längeren chinesischen Pausen Positionen ab, was die Kursschwankungen in den drei Sitzungen vor dem Nationalfeiertag verstärkt. Nach der Wiedereröffnung drohen Aufholeffekte, wenn die Märkte eine Woche globale Nachrichten auf einmal verarbeiten müssen.
- Offshore-Yuan (CNH): Da der Onshore-Yuan nicht gehandelt wird, liegt die Preisbildung allein beim Offshore-Markt, der weniger tief ist. Das kann zu stärkeren Ausschlägen führen.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die aktuellen Entwicklungen sind besonders für Devisenhändler relevant, die auf AUD, Gold oder den Yuan spekulieren. Auch Anleger in asiatischen Aktienmärkten sowie Rohstoffinvestoren, die Eisenerz oder Öl im Portfolio haben, sollten die erhöhte Volatilität im Auge behalten. Wer Positionen in diesen Anlageklassen hält, muss mit schnelleren und stärkeren Kursbewegungen rechnen als in normalen Handelszeiten. Die dünne Liquidität bietet Chancen für kurzfristig orientierte Trader, birgt aber auch Risiken für unerwartete Verluste. Japan bleibt geöffnet, sodass US-Staatsanleihen über die Tokioter Sitzung gehandelt werden – ein gewisser Anker für die Region, der aber die Lücke, die China hinterlässt, nicht vollständig füllen kann.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.