Stand: 24.09.2026, 21:53 Uhr

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist erstmals seit 2007 wieder über die Marke von 5,1 Prozent gestiegen und notiert zwischenzeitlich sogar oberhalb von 5,2 Prozent. Auslöser sind ein überraschend starker Einkaufsmanagerindex (PMI), gestiegene Ölpreise und eine schwache Nachfrage bei einer Auktion fünfjähriger Anleihen. Die Finanzmärkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed bereits im Oktober ein – vor einer Woche lag diese noch bei unter 50 Prozent. Die Großbank UBS hält diese Erwartung für übertrieben und rechnet lediglich mit einem weiteren Zinsschritt im Dezember.

Warum ist das wichtig?

Der Anstieg der langfristigen Renditen hat unmittelbare Auswirkungen auf die Bewertung von Aktien. Höhere Diskontierungssätze machen insbesondere wachstumsstarke Titel weniger attraktiv, da zukünftige Gewinne stärker abgezinst werden. Gleichzeitig stützt die Renditeentwicklung den US-Dollar, was wiederum rohstoffabhängige Währungen wie den Australischen Dollar unter Druck setzt. Sollte sich die UBS-Einschätzung als richtig erweisen und die Fed tatsächlich weniger aggressiv vorgehen als befürchtet, könnte dies zu einer schnellen Gegenbewegung führen: Eine niedriger als erwartet ausfallende Revision der Kerninflation (PCE) könnte eine deutliche Erholung am kurzen Ende der Zinskurve auslösen.

  • Rekordniveau: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte mit über 5,2 % den höchsten Stand seit 2007.
  • Starke Konjunkturdaten: Der S&P Global Flash Composite PMI stieg im September auf über 58 Punkte – das stärkste Wachstum des privaten Sektors seit Mitte 2021.
  • Schwache Anleiheauktion: Eine 70 Milliarden Dollar schwere Auktion fünfjähriger Anleihen erzielte die höchste Rendite seit 2006, was auf mangelnde Nachfrage hindeutet.
  • Fed-Erwartungen: Die Märkte preisen eine Oktober-Erhöhung mit 70 % Wahrscheinlichkeit ein; UBS erwartet nur einen Schritt im Dezember.
  • Inflationsausblick: UBS rechnet mit einer rückläufigen Inflation in den nächsten sechs Monaten, unterstützt durch Basiseffekte und eine erwartete Abwärtsrevision der Kernrate (PCE) um 0,2 Prozentpunkte.
  • Gewinnwachstum: Die Bank prognostiziert für den S&P 500 ein Gewinnplus von 25 % im laufenden Jahr und 14 % bis 2027.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Analyse richtet sich an Anleger mit Fokus auf US-Aktien und Anleihen, insbesondere an jene, die in wachstumsstarke Technologiewerte investiert sind. Auch Devisenhändler, die auf den US-Dollar oder den Australischen Dollar setzen, sollten die Entwicklung im Auge behalten. Darüber hinaus ist die Meldung für alle relevant, die ihr Portfolio angesichts steigender Zinsen und volatiler Märkte neu ausrichten möchten. UBS empfiehlt weiterhin eine Positionierung für weitere Aktiengewinne, ergänzt durch Kapitalerhaltungsstrategien, Rohstoffe und alternative Anlagen. Ob diese Strategie aufgeht, hängt maßgeblich von den nächsten Inflations- und Konjunkturdaten ab.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.