Stand: 25.09.2026, 00:29 Uhr

Die Kryptobörse Bitget ist Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Unbekannte Täter erbeuteten digitale Vermögenswerte im Wert von rund 351,6 Millionen US-Dollar. Es könnte sich um den größten Krypto-Diebstahl des Jahres 2026 handeln. Doch der hauseigene Token BGB zeigt sich erstaunlich stabil – ein Zeichen dafür, dass die Anleger dem Unternehmen vorerst vertrauen.

Warum ist das wichtig?

Ein Hack dieser Größenordnung hätte normalerweise einen Kurseinbruch des betroffenen Börsentokens zur Folge. Dass BGB nur rund 3 bis 5 Prozent unter dem Niveau vor dem Angriff notiert, deutet darauf hin, dass der Markt die Situation nicht als existenzielle Krise einstuft. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob dieses Vertrauen anhält, sobald die Auszahlungen wieder freigegeben werden. Der Vorfall zeigt zudem, wie wichtig transparente Reservenachweise und Schutzfonds für das Vertrauen in Kryptobörsen sind.

Was ist passiert?

  • Hacker erbeuteten 351,6 Millionen Dollar von Bitget – möglicherweise der größte Krypto-Raub 2026.
  • Der BGB-Token notiert bei rund 1,963 Dollar, nur 3 bis 5 Prozent unter dem Niveau vor dem Hack.
  • Bitget-CEO Gracy Chen erklärte, der hauseigene Schutzfonds (User Protection Fund) decke mit über 464 Millionen Dollar den gesamten Verlust ab. Kundenguthaben seien nicht betroffen.
  • Seit 45 Monaten veröffentlicht Bitget monatliche Reservenachweise, zuletzt mit einer Quote von 122 Prozent für August.
  • Einzahlungen und Handel laufen weiter, doch Auszahlungen sind vorerst gestoppt. Ein Großteil des BGB-Handels findet auf Bitget selbst statt.
  • Laut On-Chain-Daten von Forbes liefen noch fast drei Stunden nach Erkennung des Einbruchs Transfers aus Bitget-Wallets. Die letzte Ether-Transaktion erfolgte 52 Minuten vor der öffentlichen Bekanntgabe.
  • Die Angriffsmethode ist noch unklar. Ein detaillierter Bericht soll bis zum 25. September um 21:30 Uhr UTC vorgelegt werden.

Für wen ist die Meldung relevant?

Anleger und Trader, die die Stimmung an den Kryptomärkten schnell einschätzen möchten, sollten die Entwicklung genau verfolgen. Besonders wichtig ist der Zeitpunkt der Wiederaufnahme von Auszahlungen – dann zeigt sich, ob das Vertrauen in Bitget echt ist oder nur aufgeschoben. Auch für Beobachter von Ether (ETH) ist der Fall relevant: Der Angreifer kontrolliert noch rund 24.590 Ether, deren Verkauf Druck auf den Kurs ausüben könnte.

Einordnung: Der Fall Bitget unterscheidet sich grundlegend vom FTX-Kollaps 2022. Damals ging es um Insolvenz und fehlende Kundengelder. Hier deckt ein Schutzfonds den Schaden – das ist schmerzhaft, aber kein Zahlungsausfall. Dennoch bleibt ein Risiko: Solange Auszahlungen eingefroren sind, können Verkäufe von BGB auf der Plattform nicht in echte Abflüsse münden. Der wahre Stimmungstest kommt erst mit der Freigabe der Gelder. Anleger sollten den angekündigten Incident Report sowie die Reaktion der Konkurrenzbörsen im Auge behalten.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.