
Stand: 25.09.2026, 09:41 Uhr
Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag wieder zugelegt, angetrieben von einer leichten Entspannung bei den Ölpreisen. Der Leitindex DAX stieg bis zum Mittag um 0,8 Prozent auf 25.470 Punkte und könnte damit die Woche im Plus abschließen, nachdem er zwischenzeitlich auf das Niveau von Ende Juli gefallen war. Auch der MDAX der mittelgroßen Unternehmen legte um 1,2 Prozent auf 31.141 Zähler zu.
Warum ist das wichtig?
Die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt folgt auf eine Phase der Verunsicherung, die durch stark gestiegene Ölpreise und steigende Anleiherenditen ausgelöst wurde. Diese Faktoren hatten nach dem DAX-Rekord Ende August für eine Abkühlung gesorgt. Der leichte Rückgang der Ölpreise am Freitag ist auf neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt zurückzuführen. Laut Medienberichten hat der Iran den USA einen Vorschlag zur Wiederaufnahme von Verhandlungen vorgelegt, der eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus nach sieben Tagen unter bestimmten Bedingungen vorsieht. Das Weiße Haus bezeichnete die Gespräche als „positiv und konstruktiv“. Diese Entwicklung ist für Anleger von großer Bedeutung, da eine Entspannung im Nahen Osten die Ölpreise nachhaltig senken und der Weltwirtschaft einen Schub geben könnte.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Privatanleger: Wer in DAX- oder MDAX-Werte investiert ist, profitiert von der aktuellen Erholung. Die leichte Entspannung bei den Ölpreisen könnte kurzfristig für weitere Kursgewinne sorgen.
- Exportorientierte Unternehmen: Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um gut zweieinhalb Cent in den letzten Wochen hilft deutschen Exporteuren, da ihre Produkte im Ausland günstiger werden. Dies könnte sich positiv auf die Gewinne auswirken.
- Bankaktien: Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank legten um zwei beziehungsweise fast drei Prozent zu. Sollte sich die Lage im Nahen Osten nachhaltig entspannen, könnten Banken von einer höheren Kreditnachfrage und geringeren Risikovorsorge profitieren.
- Anleger in Ölwerten: Die Entwicklung der Ölpreise bleibt volatil. Wer in Ölaktien investiert ist, sollte die geopolitischen Risiken im Auge behalten.
Unter den Einzelwerten stand HelloFresh im Fokus. Der Kochboxenversender senkte nach einem erwarteten Umsatzrückgang und enttäuschender Gewinnentwicklung im dritten Quartal seine Prognosen für das laufende Jahr. Die Aktie fiel auf ein Rekordtief und war mit einem Minus von fast neun Prozent das Schlusslicht im SDAX. Im DAX legten adidas-Aktien um gut zwei Prozent zu, gestützt durch positive Analystenkommentare nach einem Innovationstag. Airbus verlor 1,5 Prozent, nachdem Qualitätsprobleme beim A321neo bekannt wurden, die jedoch kein Sicherheitsrisiko darstellen sollen.
Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank warnt jedoch vor übertriebenem Optimismus: „Wir sehen heute, dass die Anleihen sich etwas stabilisieren, weil die Ölpreise zurückkommen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich schnell wieder ändern kann.“ Für den DAX bleibe es vorerst bei einer Stabilisierung, nicht bei einer nachhaltigen Erholung. Anleger sollten daher die geopolitischen Entwicklungen und die Ölpreisentwicklung weiterhin genau beobachten.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.