Stand: 25.09.2026, 09:44 Uhr

Der Schweizer Aktienmarkt wird von wenigen globalen Schwergewichten wie Nestlé, Novartis und Roche dominiert. Ein neuer ETF rückt nun die oft übersehenen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) in den Fokus, die seit 2025 wieder deutlich an Attraktivität gewonnen haben. Der UBS SPI® Extra ETF (ISIN: CH1553162921) bildet den SPI Extra Index ab, der alle Schweizer Aktien des breiten Swiss Performance Index (SPI) umfasst, jedoch ohne die 20 Titel des Swiss Market Index (SMI). Damit investiert er gezielt in die zweite Reihe des Schweizer Marktes – ein Segment mit rund 182 Positionen, das mehr als 22 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Schweizer Aktienmarktes repräsentiert.

Warum ist das wichtig?

Der SPI Extra Index hat sich in den vergangenen Jahren als renditestark erwiesen, insbesondere seit 2025. Nach einem schwierigen Jahr 2022 mit einem Minus von 24,02 Prozent, das von Zinsschock und Energiekrise geprägt war, erholte sich der Index 2023 mit einem Plus von 6,53 Prozent und 2024 mit einem Plus von 3,83 Prozent. 2025 legte er dann um 16,92 Prozent zu, getrieben von der Widerstandsfähigkeit vieler KMU gegenüber der US-Zollpolitik und den gesunkenen Zinsen. Auch 2026 steht der Index bereits mit einem Plus von 8,79 Prozent gut da. Der ETF, der den Index vollständig physisch abbildet und thesaurierend ist, wurde erst am 30. Juni 2026 lanciert, profitiert aber von dieser positiven Entwicklung. Mit einer jährlichen Kostenquote von nur 0,13 Prozent ist er zudem kostengünstig.

Die Relevanz liegt in der Diversifikation: Während der SMI stark von wenigen globalen Konzernen abhängt, bietet der SPI Extra Zugang zu einem breiteren Spektrum an Unternehmen, die oft stärker im europäischen Binnenmarkt verwurzelt sind. Dies schützt vor geopolitischen Risiken, wie die US-Zollpolitik 2025 zeigte, als viele KMU weniger stark betroffen waren als ihre großen Pendants. Zudem profitiert das Segment von der lockeren Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank, die den Leitzins seit Mitte 2025 bei null Prozent hält, was insbesondere fremdfinanzierte Unternehmen entlastet und Kapital in Schweizer-Franken-Sachwerte lenkt. Marktbeobachter erwarten für 2026 ein Gewinnwachstum von rund 16 Prozent bei mittelgroßen Schweizer Unternehmen, angetrieben unter anderem durch die Nachfrage nach Halbleiterausrüstung im Zuge des KI-Booms.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Anleger mit Fokus auf Diversifikation: Wer bereits in den SMI oder in globale Bluechips investiert ist, kann mit diesem ETF sein Portfolio breiter aufstellen und das Risiko einer Übergewichtung einzelner Großkonzerne reduzieren.
  • Wachstumsorientierte Anleger: Der Index bietet Zugang zu Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, wie etwa Galderma (Dermatologie) oder Sandoz (Generika und Biosimilars), die beide kürzlich in den SMI aufgenommen wurden und den Index bald verlassen werden – ein Zeichen für die Dynamik des Segments.
  • Kostensensible Investoren: Mit einer TER von 0,13 Prozent ist der ETF günstig und eignet sich für langfristige Anlagestrategien.
  • Anleger mit Interesse an Schweizer KMU: Der ETF bildet ein breites Spektrum ab, von Industrie (25,7 Prozent) über Gesundheitswesen (28,3 Prozent) bis hin zu Finanzdienstleistungen (16,7 Prozent) und Basiskonsumgütern (10,7 Prozent). Technologie ist mit nur 3,9 Prozent unterrepräsentiert, was den ETF ideal zur Ergänzung technologielastiger Portfolios macht.

Die größten Positionen des ETF sind Galderma (7,56 Prozent) und Sandoz (7,07 Prozent), die beide erst am 21. September 2026 in den SMI aufgenommen wurden und den Index daher bald verlassen werden. Dies ist kein Nachteil, sondern zeigt das Prinzip des Index: Unternehmen wachsen heran, bis sie für die erste Liga qualifizieren, und werden dann durch die nächste Generation kleinerer, wachstumsstärkerer Unternehmen ersetzt. Zu den weiteren Top-Positionen zählen DSM-Firmenich (4,33 Prozent), VAT Group und SGS. VAT Group profitiert vom KI-Boom mit einem Anstieg der Bestelleingänge um über 100 Prozent, während SGS mit einem Effizienzprogramm und Zukäufen in den USA auf Kurs ist, sein Margenziel früher als geplant zu erreichen.

Risiken bestehen in der höheren Volatilität kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie in geringerer Liquidität, was in Stressphasen zu stärkeren Kursausschlägen führen kann. Das Jahr 2022 mit einem Minus von 24 Prozent des Index ist ein Beispiel dafür. Dennoch bietet der ETF eine interessante Möglichkeit, von der Dynamik der Schweizer Nebenwerte zu profitieren, ohne auf Einzeltitel setzen zu müssen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.