Stand: 23.09.2026, 12:25 Uhr

Der Euro setzt seinen Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar fort. Am Freitag fiel das Währungspaar EUR/USD weiter und notierte zeitweise unter der Marke von 1,14. Die technische Analyse zeigt, dass die Abwärtsbewegung vom September-Hoch bei 1,1710 anhält. Der Intraday-Trend bleibt klar negativ. Händler rechnen mit einem Test des Tiefs bei 1,1323, das im August erreicht wurde. Solange der Widerstand bei 1,1497 nicht überwunden wird, bleibt das Risiko für weitere Verluste bestehen.

Warum ist das wichtig?

Der EUR/USD-Wechselkurs ist der wichtigste Devisenmarkt der Welt. Er spiegelt das Verhältnis zwischen der Eurozone und den USA wider. Aktuell belasten mehrere Faktoren den Euro:

  • Zinserwartungen: Die US-Notenbank Fed signalisiert weiterhin straffe Geldpolitik. Höhere Zinsen in den USA machen den Dollar attraktiver.
  • Konjunktursorgen: Die Wirtschaft in der Eurozone schwächelt. Besonders die Industrie leidet unter hohen Energiekosten und schwacher Nachfrage aus China.
  • Politische Unsicherheit: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie geopolitische Spannungen belasten den Risikoappetit der Anleger. Der Dollar profitiert als sicherer Hafen.

Die technische Lage ist eindeutig: Der Kurs bewegt sich in einem Abwärtstrendkanal. Das 38,2-Prozent-Retracement der Aufwärtsbewegung von 1,0176 bis 1,2081 liegt bei 1,1353. Solange diese Marke hält, gilt der aktuelle Rückgang als Korrektur innerhalb eines längerfristigen Aufwärtstrends. Ein nachhaltiger Bruch unter 1,1353 würde jedoch die Gefahr einer Trendwende erhöhen. Dann wäre ein Test des Jahrestiefs bei 1,0176 möglich.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Entwicklung ist für verschiedene Marktteilnehmer von Bedeutung:

  • Devisenhändler: Sie können auf weitere Kursverluste setzen, solange der Widerstand bei 1,1497 hält. Ein Ausbruch darüber würde das Bild ändern.
  • Unternehmen mit USD-Exposure: Importeure aus der Eurozone müssen mit höheren Kosten für US-Waren rechnen. Exporteure in die USA profitieren von günstigeren Preisen.
  • Anleger in internationalen Aktien: Ein schwacher Euro kann die Rendite von US-Investments in Euro gerechnet schmälern. Umgekehrt steigen die Gewinne europäischer Exporteure in Dollar-Raum.
  • Rohstoffhändler: Viele Rohstoffe werden in Dollar gehandelt. Ein starker Dollar drückt tendenziell die Preise, was inflationsdämpfend wirkt.

Die nächsten Handelstage bleiben spannend. Die Marke bei 1,1323 ist der erste wichtige Halt. Darunter liegt die psychologische Schwelle von 1,12. Auf der Oberseite müssen Anleger den Widerstand bei 1,1497 im Auge behalten. Ein nachhaltiger Anstieg darüber könnte eine Erholung einleiten. Die Geldpolitik der EZB und der Fed sowie die Konjunkturdaten aus beiden Währungsräumen werden die Richtung bestimmen. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, aber keine übereilten Entscheidungen treffen. Der Markt bleibt volatil.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.