
Stand: 24.09.2026, 09:48 Uhr
Der Euro konnte sich am Donnerstagvormittag leicht erholen, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor drei Handelstage in Folge unter Druck gestanden hatte. Am Mittwoch hatte der EURUSD mit einem Tagesverlust von 0,5 Prozent den stärksten Rückgang innerhalb dieser Abwärtsserie verzeichnet. Die Erholung am Morgen ist nach Einschätzung von Marktbeobachtern jedoch nur eine Verschnaufpause der Bären, die ihre Positionen für einen erneuten Angriff auf die Unterstützungszonen vorbereiten.
Warum ist das wichtig?
Der Devisenmarkt reagiert derzeit stark auf die geldpolitischen Erwartungen an die US-Notenbank. Die jüngsten US-Einkaufsmanagerindizes (Flash PMI) für September fielen deutlich besser aus als prognostiziert. Dies hat die Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve weiter angefacht. Höhere Zinsen in den USA machen den Dollar für Anleger attraktiver, was den Euro entsprechend belastet.
Die technische Analyse zeigt zudem, dass der EURUSD in einer fünfteiligen Abwärtswelle gefangen ist, die von einem Hoch bei 1,1711 (28. August) ausgeht. Die aktuelle dritte Welle dieser Sequenz drückt das Paar in Richtung der 200-Prozent-Fibonacci-Expansion bei 1,1362. Knapp darunter liegt das Tief vom 28. Juli bei 1,1353, das als wichtige Unterstützung fungiert. Sollte diese Marke fallen, wäre der Weg frei zu einem Test des Jahrestiefs bei 1,1324 (24. Juni).
- Fundamentaler Druck: Die überraschend starken US-PMI-Daten haben die Erwartung einer aggressiveren Fed-Politik verstärkt. Dies stützt den Dollar und setzt den Euro unter Druck.
- Technische Signale: Die überverkauften Tagesindikatoren deuten auf eine mögliche kurzfristige Erholung hin, die jedoch als Verkaufschance genutzt werden könnte. Der Abwärtstrend bleibt intakt.
- Widerstandszonen: Erholungsversuche dürften an der Zone um 1,1470/80 scheitern, wo das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement, die Unterkante der täglichen Ichimoku-Wolke und der fallende 10-Tage-Durchschnitt zusammenfallen.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die Entwicklung ist für Devisenhändler und Anleger mit Engagements in EURUSD von unmittelbarer Bedeutung. Insbesondere Trader, die auf kurzfristige Bewegungen setzen, sollten die Unterstützungen bei 1,1368, 1,1353 und 1,1324 im Auge behalten. Ein Bruch dieser Marken könnte eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung auslösen.
Auch für Anleger mit längerfristigen Positionen ist die Situation relevant, da der anhaltende Druck auf den Euro die Attraktivität von Dollar-Anlagen erhöht. Die aktuellen Daten unterstreichen die Divergenz zwischen der US-Wirtschaft, die sich robuster zeigt als erwartet, und der Eurozone, die mit konjunkturellen und politischen Unsicherheiten kämpft.
Wer in Dollar-denominierte Vermögenswerte investiert ist, profitiert von der Stärke des Greenbacks. Umgekehrt sollten Euro-Anleger die Risiken eines weiteren Kursverfalls nicht unterschätzen. Die nächsten Tage könnten richtungsweisend sein, insbesondere wenn die US-Notenbank weitere Signale für eine straffere Geldpolitik sendet. Die technische Konstellation spricht klar für eine Fortsetzung des Abwärtstrends, auch wenn kurzfristige Erholungen nicht ausgeschlossen sind.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.