Stand: 24.09.2026, 09:46 Uhr

Zum 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot als Nachfolger der Riester-Rente. Viele Sparer planen, dann einzusteigen – doch wer erst im Dezember 2026 handelt, riskiert Verzögerungen. Identitätsprüfungen, Depoteröffnung und Steuer-ID-Hinterlegung können Tage bis Wochen dauern. In Spitzenzeiten sind Support-Hotlines überlastet, Video-Ident-Termine ausgebucht. Solange das Depot nicht freigeschaltet ist, fließt kein Geld in die Förderung. Die Lösung: Jetzt ein normales Depot eröffnen, um am Starttag direkt loslegen zu können.

Warum ist das wichtig?

Das Altersvorsorgedepot ist ein zentraler Baustein der privaten Altersvorsorge. Es ersetzt die Riester-Rente und bietet staatliche Zulagen für ETF-Sparpläne. Wer am 1. Januar 2027 noch kein Depot hat, steht in der Warteschlange – und jeder Tag Verzögerung bedeutet einen Tag ohne Förderung, denn die Zulagen werden nicht rückwirkend gezahlt. Besonders für Riester-Sparer gibt es eine harte Frist: Wer bestehendes Guthaben übertragen will, muss die Kündigung bis zum 31. März 2027 einreichen, damit das Geld bis zum 30. Juni im neuen Depot ist. Wer diese Frist verpasst, wartet bis zum 30. September und zahlt länger die Kosten des alten Vertrags. Die Kündigung setzt voraus, dass der Zielvertrag bereits existiert – also ein Depot beim neuen Anbieter. Wer im März noch mit der Depoteröffnung beschäftigt ist, verpasst das Quartal.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Zukünftige Altersvorsorgesparer: Alle, die ab 2027 das Altersvorsorgedepot nutzen wollen, profitieren von einer frühzeitigen Depoteröffnung. Sie vermeiden Wartezeiten und können ab dem ersten Tag einzahlen.
  • Riester-Sparer mit Übertragungsabsicht: Wer sein Riester-Guthaben ins Altersvorsorgedepot überführen möchte, muss die Kündigungsfrist zum 31. März 2027 einhalten. Ein bestehendes Depot beim neuen Anbieter ist Voraussetzung.
  • Anleger mit ETF-Sparplänen: Ein normales ETF-Depot kann parallel zum Altersvorsorgedepot laufen. Wer jetzt startet, testet die Sparrate, lernt die ETF-Auswahl kennen und nutzt den Zinseszins sofort.

Was du jetzt tun kannst

Ein normales Depot ersetzt das Altersvorsorgedepot nicht, aber es ist die beste Vorbereitung. Du kannst jetzt einen ETF-Sparplan mit dem Betrag starten, den du später ins Altersvorsorgedepot einzahlen willst – etwa 150 Euro monatlich. So merkst du, ob die Rate in deinen Alltag passt. Gleichzeitig lernst du die ETF-Auswahl kennen: Im Altersvorsorgedepot sind nur Fonds aus einer gesetzlichen Positivliste erlaubt, darunter breit gestreute Welt-ETFs wie auf den MSCI World oder FTSE All-World. Wer sich jetzt informiert, muss im Januar nicht mehr recherchieren. Und jeder Monat, den dein Geld am Kapitalmarkt arbeitet, zählt – Zinseszins wirkt umso stärker, je früher du beginnst.

Ein wichtiger Hinweis: ETF-Anteile aus deinem normalen Depot lassen sich später nicht ins Altersvorsorgedepot übertragen. Gefördert wird nur, was du dort direkt einzahlst. Dein normales Depot bleibt also bestehen und läuft parallel weiter – was ohnehin sinnvoll ist, denn es bietet Flexibilität ohne Bindung ans Rentenalter.

Kosten und Fristen im Blick

Bei der Übertragung von Riester-Guthaben fallen Kosten an: Liegt der Vertragsschluss weniger als fünf Jahre zurück, darf der alte Anbieter bis zu 150 Euro berechnen, danach ist die Übertragung kostenfrei. Der neue Anbieter kann eine einmalige Verwaltungspauschale von maximal 150 Euro verlangen. Plane im Zweifel 150 Euro ein. Zwei Punkte solltest du vorher klären: Erstens endet mit dem Abschluss eines neuen Altersvorsorgevertrags der Bestandsschutz deines Riester-Vertrags. Wenn du ihn ohnehin überträgst, spielt das keine Rolle. Wenn du ihn behalten willst, frage vorher bei deinem Anbieter nach. Zweitens: Verträge aus den Jahren 2002 bis 2004 enthalten einen Garantiezins von 3,25 Prozent, oft zusammen mit einem garantierten Rentenfaktor. Beides geht bei der Übertragung verloren. Prüfe daher, ob sich der Wechsel für dich lohnt.

Das Altersvorsorgedepot kommt am 1. Januar 2027. Wer jetzt ein Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung erledigt, den passenden ETF gefunden und die Sparrate getestet. Am Starttag genügen wenige Klicks, um das Altersvorsorgedepot zu aktivieren und die Förderung zu sichern. Der Zeitdruck kommt nicht von der Zulage – die hängt am Jahresbetrag und nicht am Datum –, sondern von der schieren Anzahl der Sparer, die gleichzeitig handeln wollen. Wer früh vorbereitet ist, umgeht den Engpass.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.