Stand: 23.09.2026, 12:28 Uhr

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar einen wichtigen Unterstützungsbereich durchbrochen. Das Währungspaar EUR/USD fiel unter die Marke von 1,1500 und damit auch unter die 61,8-Prozent-Fibonacci-Korrektur der Aufwärtsimpulswelle (C) seit August. Dieser Ausbruch beschleunigt nach Einschätzung von Analysten die laufende Abwärtsbewegung. Das nächste Kursziel liegt bei 1,1360, einem Niveau, das bereits im Juli mehrfach als Unterstützung wirkte.

Warum ist das wichtig?

Der Bruch der 1,1500-Marke ist technisch bedeutsam, weil diese Zone in den vergangenen Wochen als stabilisierender Boden fungierte. Mit dem Fall darunter hat sich das charttechnische Bild eingetrübt. Die Analyse stützt sich auf die Wellentheorie nach Elliott, die davon ausgeht, dass sich Kurse in wiederkehrenden Impuls- und Korrekturwellen bewegen. Demnach befindet sich EUR/USD derzeit in der dritten Welle eines übergeordneten Abwärtsimpulses. Solche dritten Wellen sind oft die stärksten und dynamischsten Bewegungen eines Trends. Das bedeutet: Der Abwärtsdruck könnte noch zunehmen, bevor eine nachhaltige Gegenbewegung einsetzt.

Hinzu kommt das fundamentale Umfeld: Der US-Dollar profitiert von steigenden Zinserwartungen an die Federal Reserve. Die Märkte preisen weitere Zinserhöhungen ein, während die Europäische Zentralbank angesichts der Konjunkturschwäche im Euroraum vorsichtiger agiert. Dieser Zinsdifferenz-Nachteil belastet den Euro zusätzlich. Auch geopolitische Risiken wie die Unsicherheit um den Öltransport und die Handelspolitik zwischen den USA und China stützen den Dollar als sicheren Hafen.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Devisenhändler und technische Trader: Sie erhalten konkrete Kursmarken und ein klares Szenario für die nächsten Handelstage. Die 1,1360 ist ein realistisches Abwärtsziel, ein Bruch darunter könnte den Weg bis 1,1200 öffnen.
  • Fundamental orientierte Anleger: Die technische Bestätigung des Abwärtstrends untermauert die fundamentale Sichtweise eines starken Dollars. Wer auf einen schwächeren Euro setzt, findet hier eine Bestätigung.
  • Portfoliomanager mit USD-Exposure: Unternehmen und Fonds, die in Dollar investiert sind oder Dollar-Verbindlichkeiten haben, sollten die Entwicklung beobachten. Ein weiter fallender Euro verteuert Dollar-Kredite und mindert die Rendite von Dollar-Anlagen in Euro gerechnet.
  • Exporteure und Importeure: Europäische Exporteure profitieren von einem schwächeren Euro, da ihre Produkte auf dem Weltmarkt günstiger werden. Importeure von US-Waren oder Rohstoffen, die in Dollar fakturiert werden, müssen mit steigenden Kosten rechnen.

Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob die 1,1360 hält oder ob der Abwärtstrend sich beschleunigt. Wichtig ist: Der Markt bleibt volatil, und kurzfristige Gegenbewegungen sind jederzeit möglich. Anleger sollten ihre Positionen daher regelmäßig überprüfen und Risikomanagement-Strategien anwenden.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.