Stand: 23.09.2026, 14:07 Uhr
Die US-Notenbank Fed steht offenbar vor weiteren Zinserhöhungen. Fed-Direktor Michael Barr hat am Mittwoch deutlich gemacht, dass die Geldpolitik weiter gestrafft werden müsse, um die Inflation rechtzeitig auf das Ziel von 2 % zurückzuführen. „Weitere Zinserhöhungen sind wahrscheinlich notwendig“, sagte Barr in einer Rede. Die Risiken für das Inflationsziel hätten zugenommen, während die Risiken für den Arbeitsmarkt gesunken seien.
Warum ist das wichtig?
Barrs Aussagen sind ein klares Signal, dass die Fed ihren Kampf gegen die hohe Inflation noch nicht für beendet hält. Obwohl die Teuerung zuletzt etwas nachgelassen hat, liegt sie weiterhin deutlich über dem Zielwert. Barr betonte, dass die Inflation nicht klar und rechtzeitig in Richtung des 2-Prozent-Ziels tendiere. Gleichzeitig sei das Wirtschaftswachstum stark und der Arbeitsmarkt solide. Die heutigen US-Einkaufsmanagerindizes (PMI) von S&P Global hätten mit einem Fünf-Jahres-Hoch sogar noch einmal nach oben überrascht.
Die Fed hatte auf ihrer jüngsten Sitzung den Leitzins unverändert gelassen, aber angedeutet, dass weitere Zinserhöhungen möglich seien. Barr zufolge war dies eine notwendige Neukalibrierung der Geldpolitik, um die veränderten Risiken abzubilden. Die Fed sei zuvor „out of position“ gewesen und habe mit dem Schritt eine Anpassung in die richtige Richtung vorgenommen.
Für Anleger bedeutet dies: Die Zinswende in den USA ist noch nicht abgeschlossen. Höhere Zinsen belasten in der Regel Aktien, insbesondere Wachstumswerte, und stärken den US-Dollar. Auch Anleihen geraten unter Druck, wenn die Notenbank die Zügel straff hält. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen könnte die jüngste Erholung an den Börsen bremsen.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Aktienanleger: Insbesondere Anleger in US-Tech- und Wachstumswerten sollten die Zinsentwicklung im Auge behalten. Höhere Zinsen machen Kredite teurer und drücken die Bewertungen zukünftiger Gewinne.
- Anleiheinvestoren: Steigende Leitzinsen führen zu fallenden Anleihekursen. Wer in länger laufende Staatsanleihen investiert ist, muss mit weiteren Verlusten rechnen.
- Devisenhändler: Der US-Dollar dürfte von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen profitieren. Das könnte den Euro und andere Währungen unter Druck setzen.
- Rohstoffanleger: Ein starker Dollar und höhere Zinsen belasten oft Rohstoffpreise, da sie in Dollar notiert werden und die Nachfrage dämpfen.
- Immobilieninvestoren: Höhere Hypothekenzinsen machen Immobilienkäufe teurer und könnten die Preise belasten.
Barrs Äußerungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Fed entschlossen ist, die Inflation zu bekämpfen – auch wenn dies wirtschaftliche Schmerzen bedeuten könnte. Anleger sollten sich auf ein länger anhaltendes Hochzinsumfeld einstellen und ihre Portfolios entsprechend ausrichten. Die nächsten Inflationsdaten und die Sitzung der Fed im November werden richtungsweisend sein.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.