Stand: 24.09.2026, 09:16 Uhr

John Williams, Präsident der New Yorker Federal Reserve, hat auf dem London Macro Policy Forum signalisiert, dass eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Jahr 2026 eine „vernünftige“ Erwartung sei. Damit untermauert er die Einschätzung, dass die Zinserhöhung im September nicht die letzte in diesem Jahr gewesen sein könnte. Allerdings vermied Williams eine Festlegung auf den Oktober und betonte, dass die Entscheidung von den eingehenden Daten abhänge.

Warum ist das wichtig?

Die Aussagen von John Williams sind für Devisenmärkte und Anleger von großer Bedeutung, da sie einen direkten Einfluss auf die Erwartungen an den weiteren Leitzinspfad der Federal Reserve haben. Der Markt preist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 77,5 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober ein – ein deutlicher Anstieg von etwa 53 Prozent am Vortag. Williams‘ Äußerungen stützen diese Erwartung zwar grundsätzlich, bestätigen sie aber nicht explizit. Dies schafft Raum für Unsicherheit, die sich in erhöhter Volatilität am Devisenmarkt niederschlagen kann.

Besonders relevant ist der Hinweis von Williams, dass die Ära der expliziten Forward Guidance vorbei sei. Statt vorab Signale für den nächsten Schritt zu geben, werde die Fed künftig von Sitzung zu Sitzung datenabhängig entscheiden. Dies folgt der Kommunikationsstrategie von Fed-Chef Kevin Warsh nach der jüngsten Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Für Anleger bedeutet dies, dass sie sich verstärkt auf die Veröffentlichung von Konjunkturdaten konzentrieren müssen, um die nächsten geldpolitischen Schritte der Fed antizipieren zu können.

Für wen ist die Meldung relevant?

  • Devisenhändler und Forex-Anleger: Die Unsicherheit über den genauen Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung kann zu kurzfristigen Kursschwankungen beim US-Dollar führen. Händler sollten die anstehenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten genau verfolgen.
  • Anleger in US-Staatsanleihen: Die Renditen von US-Staatsanleihen reagieren empfindlich auf Zinserwartungen. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung könnte die Renditen kurzfristig steigen lassen.
  • Internationale Investoren: Ein stärkerer US-Dollar aufgrund von Zinserhöhungserwartungen kann Auswirkungen auf Rohstoffpreise, Schwellenländerwährungen und globale Kapitalströme haben.
  • Marktbeobachter und Analysten: Die Abkehr von der Forward Guidance hin zu einer datenabhängigen Politik erfordert eine Neubewertung der Kommunikationsstrategie der Fed und ihrer Auswirkungen auf die Märkte.

Williams betonte, dass die Inflation die „große Herausforderung“ bleibe. Die Fed müsse die Teuerungsrate nicht nur auf das Ziel von zwei Prozent zurückführen, sondern dies auch „rechtzeitig“ erreichen. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, dass die US- und die Weltwirtschaft den Anstieg der Energiepreise bisher gut weggesteckt hätten, was den Wachstumskonflikt durch weitere Zinserhöhungen verringere. Die nächsten Veröffentlichungen zu Beschäftigung und Inflation werden daher entscheidend dafür sein, ob die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2026 tatsächlich in eine Zinserhöhung im Oktober mündet oder ob die Fed sich mehr Zeit lässt.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.